Baba
Joshua · Deutschland
"Baba heißt sowas wie Tschüss oder Auf Wiedersehen. Ich geh so aus einem kleinen Laden raus, wink noch kurz zur Verkäuferin und denk mir nur, ja passt, baba. Kurz, freundlich und fertig."

Baba

Heißt so viel wie Tschüss oder Auf Wiedersehen, meist locker und ein bisserl kindlich, aber Erwachsene in Wien sagen’s auch ohne Scham. Oft kommt gleich ein Bussi hinterher, vor allem am Telefon oder beim schnellen Abtauchen aus dem Kaffeehaus. Klingt weich, freundlich und endgültig genug, dass alle wissen: Gespräch is aus.

"— Baba, bussi, i bin glei in da U-Bahn. — Passt, Oida, nimm a paar Semmerln vom Bäcker unten mit. — Sicher, baba!"

Brezn

Die Brezn ist einfach die bayerische Brezel, am besten frisch, warm und so salzig, dass dir beim Abbeißen fast die Augen zwicken. Die gibt’s beim Bäcker, im Wirtshaus oder auf der Wiesn, gern als Butterbrezn oder zum Obazdn. Ausgesprochen wird’s oft wie Bretzn, schön kernig halt. Fehlt die Brezn, fehlt was im Leben.

"— Servus, i hätt gern a Brezn mit gscheid Butter. — Magst extra Salz? — Freilich, und bring glei a Weißbier dazu, bittschee."

Depp

Depp ist das Allzweck-Wort, wenn jemand was richtig Blödes anstellt: Trottel, Dummkopf, manchmal sogar liebevoll-genervt unter Freunden. Besonders im Süden und in Österreich fliegt es schnell über die Lippen, verstanden wird’s aber fast überall. Der Charme liegt im kurzen Knall: eine Silbe, und die Ansage sitzt, ohne gleich komplett zu eskalieren.

"Ey du Depp, jetzt hast du echt den Haustürschlüssel in den Briefkasten geschmissen. Komm, wir klingeln beim Nachbarn, bevor wir hier bis morgen stehen."

Fleischpflanzerl

Fleischpflanzerl ist das bayerische Wort für die gebratene Hackfleischscheibe, die anderswo Frikadelle, Bulette oder Fleischklops heißt. Das -erl macht’s gleich a bisserl gemütlicher, auch wenn das Ding fettig aus der Pfanne kommt. Bestellt wird’s beim Wirt gern mit Kartoffelsalat oder in der Semmel, und jeder Zuagroaste muss’s erst mal übersetzen.

"Beim Wirt bestell i a Semmel und zwoa Fleischpflanzerl, und da Kumpel aus Berlin stiert bloß: Meenste Frikadellen? I sag: ja freilich."

Gscheit

Gscheit ist bairisch für gescheit, aber mit mehr Boden unter den Schuhen. Je nach Ton heißt es schlau, ordentlich, vernünftig oder einfach so gemacht, wie man's halt machen soll. Wenn wer sagt Mach's gscheit, meint er selten hohe Denkkunst, sondern eher keine Pfuscherei. Geht auch super als Verstärker, etwa bei a gscheite Portion oder a gscheiter Ratsch.

"Oida, schraub des Regal ned so hin, mach’s gscheit, sonst kippt’s glei um. I halt, du bohrst, und dann passt’s."

Noagerl

Der letzte Rest Bier im Glas, der Bodensatz, den echte Bayern nicht mehr trinken. Ein Noagerl stehen lassen gilt als völlig normal, weil sich da unten der Bodensatz und die Hefe sammeln. Wer sein Noagerl austrinkt, outet sich als Sparfuchs oder Tourist. Auf dem Oktoberfest liegt das Noagerl-Level bei circa zwei Fingerbreit.

"Da, trink dei Noagerl aus oder lass es steh. Aber steh net so lang rum, der Kellner will den Tisch frei haben und die nächste Maß zapfen."
Oida
Kunzo · Wien
"Oida, das ist Alter. Aber es ist alles. Freude, Wut, Überraschung, Liebe. Du kannst Oida sagen und jeder Wiener versteht genau, was du meinst. Beispiel. Oida, hast du gehört? Der Thomas hat gekündigt. Oida, echt? Oida, das ist ja Wahnsinn. Oida."
Oida
Hanna · Bayern
"Oida, Oida. Oida sagt man, wenn man überrascht ist oder genervt ist. Heut hab ich meinen Schlüssel gesucht und der war die ganze Zeit in meiner Jacke und ich bin durch die ganze Wohnung gerannt und hab geschimpft wie ein Depp und dann denk ich mir nur, Oida, das gibt's doch nicht."

Oida

Oida ist das Dialekt-Pendant zu Alter und in Wien das absolute Allzweck-Gewürz. Du kannst damit jemanden anreden, dich aufregen, staunen oder einfach nur mitfühlen, alles hängt an Betonung und Blick. Ein langgezogenes Oiiida heißt meist Unglauben, ein kurzes Oida eher Ärger. In der Runde ersetzt es locker drei Sätze und spart dir Energie. Außerhalb Wiens checken’s auch viele, aber im Bewerbungsgespräch lieber nicht gleich fünfmal raushauen.

"— Oida, die Bim is schon wieder weg, i steh seit zehn Minuten da. — Geh, samma ehrlich, heut läuft’s net, kumm ma ins Beisl."
Schmarrn
Hanna · Bayern
"Ein rechter Schmarrn. Schmarrn bedeutet Unsinn. Heute habe ich was probiert und es ist komplett schief gegangen. Und ich habe mir gedacht, das ist ja ein rechter Schmarrn. Warum habe ich das überhaupt gemacht?"

Schmarrn

Schmarrn ist der bayerische Allzweck-Stempel für Blödsinn, Quatsch und windige Ausreden. Du hörst es als Ausruf So a Schmarrn oder in der Kombi Schmarrn redn, wenn jemand wieder große Geschichten auftischt. Klingt derb, ist aber oft eher genervt-ironisch als richtig beleidigend. Passt im Wirtshaus, im Büro und am Spielfeldrand, sobald einer übertreibt. Wenn’s ganz kurz sein soll, reicht ein trockenes Schmarrn, und jeder weiß Bescheid.

"— Du, i investier mei Erspartes in Magic-Bohnen, des macht mi reich. — Red koan Schmarrn, kauf da lieber a Brezn und bleib am Boden."

Servus

Heißt je nach Situation einfach Hallo oder Tschüss, manchmal beides in einem Atemzug. Sagt man vor allem unter Leuten, die sich halbwegs kennen, eher locker als geschniegelt. Das Wort kommt tatsächlich aus dem Lateinischen, „servus“ im Sinn von „Diener“, also wie „zu Diensten“. Klingt südlich, gemütlich und passt perfekt für Tür auf, Tür zu.

"Im Beisl ruft er rüber: Servus, bist du a scho da? Fünf Minuten später zahlt er und sagt wieder: Servus, i muss los, sonst gibt’s Ärger daheim."

Passt scho

Die universelle bayerische Antwort auf so ziemlich alles. Kann heißen: ist okay, wird schon, mach dir keinen Kopf, oder auch ein leicht resigniertes Na gut. Drei Silben, die ganze Lebensphilosophien ersetzen. Ob das Bier ein bisschen warm ist, der Nachbar wieder den Rasen um sechs Uhr morgens mäht oder die Schwiegermutter zum Essen kommt. Passt scho.

"Mei, d'Heizung is scho wieder kaputt, aber weißt was, mir ham ja no an Kachelofen. Passt scho, dann wird hoit der angschürt."

Radler

Halb Bier, halb Zitronenlimo, perfekt für den Biergarten, wenn die Sonne knallt und man trotzdem noch aufs Radl zurück muss. Daher kommt wohl auch der Name, weil die Radfahrer früher nicht komplett die Krone voll haben wollten. In Bayern quasi heilig, und wehe, du mischst das Verhältnis falsch, da gibts gleich eine Gardinenpredigt vom Wirt.

"Nach der Bergtour zum Chiemsee hab ich mir erstmal ein kaltes Radler bestellt, das rinnt so schee, da passen glatt noch zwei hinterher"

Stimmen des Volkes

Theorie ist ja schön und gut... aber was uns Magikitos richtig abgeht, ist echte Menschen in ihrem natürlichen Flow zu hören. Wenn du einen coolen Ausdruck aus deiner Gegend kennst, nimm sie im Studio auf und benutze sie mit einem echten, alltäglichen Beispiel. Wir veröffentlichen sie alle und bauen die Klangkarte gemeinsam auf!

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