Hessisch klingt wie ein gemütliches Brummeln am Stammtisch. Hier wird gebabbelt, Äppelwoi getrunken und alles mit einem herzlichen "Ei gude wie?" begrüßt.

Babo
Marcel · Deutschland
"Babo, Chef, Boss, jemand der das Sagen hat. Beispiel: In unserer Clique ist er der Babo, weil er immer die besten Ideen hat und irgendwie alles organisiert bekommt, selbst wenn es chaotisch wird."
Wallah
Marcel · Deutschland
"Wallah, Verstärkung, Schwur, Betonung. Beispiel: Ich wollte nur kurz ein Nickerchen machen, bin dann drei Stunden später aufgewacht. Wallah, ich habe mich gefühlt, als hätte ich einen Zeitsprung gemacht."
Haram
Marcel · Deutschland
"Haram. Verboten, falsch, moralisch daneben, oft humorvoll. Beispiel, ich wollte eigentlich gesund essen, aber dann stand da dieser Schokokuchen. Ich wusste, es ist Haram, aber ich habe trotzdem ein Stück genommen."

Haram

Haram sagst du, wenn was sich verboten, zu wild oder moralisch bisschen cursed anfühlt und du's mit Grinsen trotzdem machst oder feiern willst. Meist ist das ironisch gemeint, vor allem bei kleinen Alltagssünden wie Junkfood, Faulsein, zu lang wach bleiben oder irgendeiner Sache, bei der das Gewissen kurz Alarm bimmelt.

"Wir wollten gesund essen, dann steht Schokokuchen da. Haram, aber wir nehmen trotzdem ein Stück."

Babo

Der Babo ist der Chef, der Boss, derjenige der das Sagen hat. Wurde 2013 zum Jugendwort des Jahres gewählt, nachdem Haftbefehl mit seinem Track "Chabos wissen wer der Babo ist" die deutschen Charts aufgemischt hat. Kommt ursprünglich aus dem Zazaischen und bedeutet einfach Vater oder Anführer. Wer der Babo ist, dem widerspricht man nicht so schnell.

"Der Neue im Büro tut so als wär er der Babo, aber nach zwei Wochen hat ihm die Chefin gezeigt wer hier wirklich das Sagen hat."

Wallah

Wallah kommt aus dem Arabischen und heißt wörtlich bei Gott. Im deutschen Straßen- und Jugendsprech ist es eine fette Schwurformel geworden, mit der du einer Aussage extra Nachdruck gibst. Je nach Ton heißt es ich schwöre, ehrlich jetzt oder kein Witz. Wird vor allem in multiethnischen Alltagsmilieus benutzt und ist längst weit über den Kiez hinaus bekannt.

"Wallah Bruder, ich hab gestern den Bus verpasst und musste fünf Kilometer nach Hause laufen, ich schwör dir das war der schlimmste Abend seit langem."

Babbsack

Ein Babbsack ist jemand, der redet und redet und nicht mehr aufhört. Babbeln heißt in Frankfurt quatschen, und wer ein ganzer Sack voll Gerede ist, der ist ein Babbsack. Nicht bösartig gemeint, aber nach drei Stunden Monolog am Tresen darf man es ruhig aussprechen. Klassiker in der Apfelweinwirtschaft.

"Der Horst is so ein Babbsack, der hat die ganze Nacht vom Eintracht-Spiel erzählt. Dabei war er gar net im Stadion, sondern im Wohnzimmer."

Stöffche

Apfelwein. Das Frankfurter Nationalgetränk hat viele Namen, aber Stöffche ist der liebevollste. Die Verkleinerungsform macht es niedlich, obwohl der Inhalt durchaus ernst zu nehmen ist: nach drei Schoppen Stöffche wackelt auch der härteste Sachsenhäuser ein bisschen. Wird im Bembel serviert und aus dem Gerippten getrunken. Wer es Ebbelwoi nennt, liegt auch richtig, aber Stöffche hat mehr Charme.

"Geh, schenk mir noch e Stöffche ei, der Bembel is noch halbvoll. Und hol die Handkäs-Platte, ich hab Hunger wie so en Wolf."

Stimmen des Volkes

Theorie ist ja schön und gut... aber was uns Magikitos richtig abgeht, ist die Leute aus Frankfurt in ihrem natürlichen Flow zu hören. Wenn du einen typischen Ausdruck von dort kennst, nimm sie im Studio auf mit einem echten Beispiel. Wir fügen ihn zu den Stimmen deiner Gegend hinzu!

Finde deinen Ausdruck und gib ihm deine Stimme
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