Klein, aber oho! Die Stadtbremer haben ihren eigenen Schnack, geprägt von Seefahrt, Platt und dem festen Glauben, dass die Stadtmusikanten die beste Band der Welt sind.
"Slangwort besoffen bedeutet betrunken sein. Beispiel, gestern war ich wieder komplett besoffen."
"Slangwort Digger ist ein anderes Wort für Kumpel, Freund. Beispiel, Digger, was machst du heute Abend?"
"Rumbölken. Laut schimpfen oder meckern. Beispiel, der Typ vor mir hat im Supermarkt so rumgebölkt, weil die Schlange zu lang war, dass ich kurz dachte, er hält gleich eine politische Rede."
"Moin. Norddeutscher Gruß zu jeder Tageszeit nutzbar. Beispiel, ich bin in Hamburg aus dem Zug gestiegen und jemand hat mich mit Moin gegrüßt, egal ob jung oder alt. Da wusste ich sofort, dass ich im Norden angekommen bin."
"Rumdrucksen bedeutet, dass jemand unsicher redet und nicht direkt sagt, was Sache ist. Zum Beispiel: Mein Kumpel wollte mir was berichten und hat so rumgedruckst, dass ich schon wusste, dass irgendetwas passiert ist."
Besoffen
Heißt betrunken, und zwar meist deutlich, nicht nur angeheitert. Wer besoffen ist, lallt, schwankt und fasst Entschlüsse, die er am Morgen bereut. Derber und ehrlicher als angetrunken, ganz ohne Beschönigung. Norddeutsch gefärbt, aber überall verstanden.
Rumbölken
Heißt, laut und oft ein bisschen theatralisch rumschimpfen oder meckern, wie jemand, der seinen Ärger unbedingt auf Lautsprecher stellen muss. Nicht das leise Rumgrollen, sondern richtiges Gebrüll mit Publikum, ob es jemand hören will oder nicht. Passt perfekt zu Kassenschlangen, Behörden und allen Orten, wo Geduld stirbt.
Rumdrucksen
Unsicher herumreden und nicht direkt sagen, was Sache ist.
Digger
Heißt so viel wie Kumpel, Bro, Alter, eine lockere Anrede unter Freunden. Kommt ursprünglich von Dicker, hat aber null mit Körpergewicht zu tun, das ist eher verbale Schulterklopf-Zuneigung. Typisch norddeutscher Sound, oft auch als Digga geschrieben. Passt für Smalltalk, Ansagen, Mini-Stress oder einfach, um Nähe zu markieren.
Moin
Heißt schlicht Hallo, aber im Norden ist es eher ein Lebensgefühl als ein Wort. Du kannst es morgens, mittags, abends rausballern, im Regen an der Bushaltestelle genauso wie im Laden um die Ecke. Ein einzelnes Moin wirkt knapp und freundlich, so nordisch effizient. Wer Moin moin sagt, klingt schnell nach Tourist oder nach jemandem, der zu viel Smalltalk im Tank hat.