Die Hauptstadt hat eine Schnauze, und die ist aus Gold. Berlinerisch ist direkt, frech und hat immer den letzten Spruch parat. Hier wird nicht um den heißen Brei geredet, hier wird Tacheles gequatscht.
Icke
Das Berliner Wort für "ich". Kurz, knackig und voller Selbstbewusstsein. Wenn ein Berliner "Icke" sagt, dann meint er das auch so, keine Bescheidenheit, keine Umwege.
Kiez
Dein Viertel, deine Hood, dein Revier. Der Kiez ist nicht einfach eine Adresse, das ist Heimat. Jeder Berliner kennt seinen Kiez und verteidigt ihn wie eine Löwenmutter ihre Jungen.
Dit
Berlinerisch für "das". Kurz, knapp und mit dem typischen Berliner Charme, der jedes Hochdeutsch-Wort ein bisschen knautschiger macht.
Schnauze
Berliner Schnauze, das ist die berühmte direkte, freche Art der Berliner. Keine Hemmungen, kein Blatt vor dem Mund. Und wenn jemand sagt "Halt die Schnauze", dann meint er es auch so.
Tacheles reden
Klartext sprechen, ohne Umschweife, direkt auf den Punkt. Kommt aus dem Jiddischen und gehört zur Berliner Mentalität wie das Curry zur Wurst.
Pfannkuchen
Was der Rest Deutschlands "Berliner" oder "Krapfen" nennt, heißt in Berlin Pfannkuchen. Ja, das gefüllte Gebäck. Und wehe, du nennst es anders, dann gibt's Ärger.
Poofen
Schlafen, pennen, ratzen. Ein wunderbar gemütliches Wort, das sich genauso anfühlt, wie es klingt. Poofen ist kein leichter Schlaf, das ist tiefes Wegdriften.
Flitzpiepe
Ein Dummkopf, ein Trottel, aber auf die nette Berliner Art. Eine Flitzpiepe ist nicht bösartig, nur ein bisschen daneben.
Stulle
Das Butterbrot. In Berlin heißt es nicht Brot mit Aufschnitt, sondern Stulle. Manchmal auch Knifte. Die Schmalzstulle ist ein Berliner Klassiker.
Butterbirne
Weichei, Memme, Schlappschwanz. Wer in Berlin als Butterbirne bezeichnet wird, ist definitiv zu weich für die Hauptstadt.
Hackfresse
Ein ziemlich hässliches Gesicht, oder ein ziemlich dummer Mensch. Klingt brutal, wird aber in Berlin auch liebevoll unter Freunden benutzt. Kontext ist alles.
Isansen
Sehen, wahrnehmen, bemerken. Berlinerisch für "in die Augen fassen". Eine typisch berlinerische Wortschöpfung, die kein Wörterbuch kennt, aber jeder Berliner versteht.
Göre
Ein freches Kind, ein kleines Biest. In Berlin kein Schimpfwort, sondern eher ein Kompliment. Berliner Göre sein heißt: schlagfertig, frech und unverwüstlich.
Jwd
Janz weit draußen. Berliner Abkürzung für alles, was nicht in der Innenstadt liegt. Brandenburg? Jwd. Marzahn? Für Kreuzberger auch jwd.
Kippe
Zigarette. In Berlin wird nicht geraucht, da wird gekippt. Eine Kippe gehört zum Berliner Lebensgefühl wie die Spree zum Stadtbild.
Hacke
Betrunken, besoffen, voll wie eine Haubitze. In Berlin ist man nicht betrunken, man ist hacke. Oder breit. Oder dicht. Berlin hat viele Worte dafür.
Knorke
Prima, toll, super. Ein altberlinerisches Wort, das leider ausstirbt. Aber wer es benutzt, hat automatisch Stil. Knorke ist das Gegenteil von doof.
Kieken
Gucken, schauen. In Berlin kiekste aus dem Fenster, nicht guckst. Und wenn jemand sagt "Kiek mal!", dann solltest du hinschauen.
Tohuwabohu
Totales Chaos, komplettes Durcheinander. Kommt aus dem Hebräischen und hat sich über Berlin in den deutschen Wortschatz geschlichen. Typisch Berlin.
Krawallo
Jemand, der gerne Krawall macht, ein Unruhestifter. In Berlin gibt es davon einige, die Stadt wäre ohne ihre Krawallos nur halb so aufregend.
Jibbit
Gibt es. In Berlin jibbit fast alles, und was es nicht jibbit, das brauchste auch nicht. Die Berliner Logik.
Quetschkommode
Akkordeon. Typisch Berlin, ein sperriges Musikinstrument bekommt einen noch sperrigeren Spitznamen. Und trotzdem weiß jeder sofort, was gemeint ist.