Wienerisch ist ein Lebensgefühl: ein bissl grantig, ein bissl charmant, und immer mit einem Schmäh auf den Lippen. Hier wird nicht geredet, hier wird gschmust, grantelt und Kaffee getrunken.
Leiwand
Super, geil, fantastisch, auf Wienerisch. Wenn etwas leiwand ist, dann ist es wirklich top. Das Wort kommt eigentlich von "Leinwand", aber frag nicht warum.
Oida
DAS österreichische Universalwort. Drückt Erstaunen, Wut, Freude, Frust und Bewunderung aus, je nach Betonung. Oida, das musst du einfach können.
Schmäh
Der Wiener Schmäh ist Humor, Ironie und Charme in einem Paket. Es ist diese typisch wienerische Art, Dinge so zu sagen, dass du erst drei Sekunden später merkst, ob es ein Kompliment oder eine Beleidigung war.
Beisl
Die Wiener Kneipe, das gemütliche Eck-Lokal. Im Beisl gibt es Schnitzel, Spritzer und Geschichten, die man besser nicht weitererzählt. Jeder Wiener hat sein Stamm-Beisl.
Hawara
Kumpel, Freund, Spezl. Der Hawara ist dein Verbündeter, dein Wingman, dein Partner in Crime, natürlich nur für legale Sachen. Meistens.
Spritzer
Weißwein mit Mineralwasser, das Wiener Sommergetränk. Wird literweise im Heurigen getrunken und macht die Welt ein bisschen weicher und schöner. Ein Spritzer geht immer.
Achterl
Ein Achtel Liter Wein. Die kleinste bestellbare Einheit in Wien, wird aber selten bei einem Achterl belassen. Meistens werden es mindestens drei.
Strizzi
Ein kleiner Ganove, ein charmanter Schlitzohr, ein Schlawiner. In Wien ist der Strizzi nicht wirklich böse, er ist einfach clever und nutzt jede Gelegenheit.
Heuriger
Ein Wirtshaus, in dem der Winzer seinen eigenen Wein ausschenkt. Der Heurige ist Wiener Kultur pur: Wein, Brettljause und gute Gesellschaft unter Kastanienbäumen.
Motschkern
Meckern, nörgeln, sich beschweren, aber auf die typisch wienerische Art. Ein Wiener motschkert nicht aggressiv, sondern mit einer gewissen Eleganz und Resignation.
Schnitzel
DAS Wiener Schnitzel, vom Kalb, in Butterschmalz ausgebacken, flach wie ein Teller und mit Preiselbeeren serviert. Wer Tunke draufmacht, wird aus Wien verbannt.
Gspusi
Eine Liebelei, eine Affäre, ein heimliches Techtelmechtel. In Wien hat man kein Verhältnis, man hat ein Gspusi. Klingt auch viel charmanter.
Brettljause
Kalte Platte auf einem Holzbrett: Schinken, Käse, Aufstriche, Essiggurkerl, Brot. Die Brettljause ist beim Heurigen das, was man bestellt, einfach immer.
Drahdiwaberl
Ein Kreisel, ein Wirbelwind, und auch jemand, der immer in Bewegung ist und sich nicht entscheiden kann. Herrlich wienerisch.
Gfrast
Ein ungezogenes Kind, ein kleiner Störenfried. In Wien ist ein Gfrast aber auch irgendwie liebenswert, so wie alles, was ein bisschen nervt.
Schmusen
Kuscheln, zärtlich sein, liebkosen. In Wien wird geschmust, was das Zeug hält, und das nicht nur mit dem Partner, sondern auch mit dem Katzl.
Bsoffene Gschicht
Eine verrückte Geschichte, die man sich betrunken erzählt hat, oder die so absurd klingt, als wäre man betrunken gewesen. Typisch für Beisl-Abende.
Zwider
Nervend, lästig, widerlich. Wenn etwas in Wien zwider ist, geht es einem auf die Nerven. Der wienerische Weg, Unmut auszudrücken, mit Eleganz.
Schnitzeljagd
Kein echtes Wiener Schnitzel wird gejagt, es ist ein Geländespiel für Kinder. Aber in Wien klingt alles besser, wenn Schnitzel drin vorkommt.
Baba
Tschüss, Auf Wiedersehen. Wienerisch-kindlich und trotzdem von Erwachsenen benutzt. Baba und Bussi, die wienerische Standard-Verabschiedung am Telefon.
Schlawiner
Ein gerissener Typ, ein charmanter Schlingel. Der Wiener Schlawiner ist nie wirklich böse, er ist nur schlauer als alle anderen. Oder glaubt es zumindest.