Der Hafen, die Elbe und ein trockener Humor, der so tief sitzt wie die Anker im Wasser. In Hamburg redet man nicht viel, aber wenn, dann sitzt jedes Wort. Moin!

Moin

Die norddeutsche Universal-Begrüßung. Morgens, mittags, abends, egal. Ein Moin reicht. Zwei Moin sind schon verdächtig viel Gerede.

"— Moin! — Moin! Wie geht's? — Muss ja."

Schietwetter

Mistwetter, Sauwetter, Dreckswetter. Im Norden regnet es gefühlt 300 Tage im Jahr, und dafür braucht man ein eigenes Wort. Schietwetter ist Ehrensache.

"— Gehen wir raus? — Bei dem Schietwetter? Vergiss es. Da bleibt man drinnen."

Moin Moin

Die erweiterte Version von Moin. Achtung: Im echten Norden gilt Moin Moin als Geschwätz. Ein simples Moin reicht. Wer Moin Moin sagt, ist verdächtig redselig.

"— Moin Moin! — Oh, ganz schön gesprächig heute, wa?"

Schnacken

Reden, plaudern, klönen. Im Norden wird geschnackt, und zwar am liebsten über Wind, Wetter und Fisch. Ein guter Schnack kann Stunden dauern und endet oft im Schweigen. Auch gut.

"— Lass uns mal in Ruhe schnacken. — Gut. ... — ... — Schön war's."

Digger

Die Hamburger Urform von Digga. Bedeutet "Dicker" und ist eine freundschaftliche Anrede. Hat nichts mit dem Gewicht zu tun, es ist pure Zuneigung.

"— Digger, du schuldest mir noch nen Döner! — Ach Digger, den hab ich doch längst vergessen."

Labskaus

Ein Seemanns-Gericht aus Corned Beef, Kartoffeln, Roter Bete und Spiegelei. Sieht furchtbar aus, schmeckt fantastisch. Wer es nicht probiert, ist kein echter Hamburger.

"— Was ist denn das auf deinem Teller? — Labskaus! — Sieht aus wie... — Halt die Klappe und probier!"

Macker

Typ, Kerl, Anführer. Ein Macker ist jemand, der weiß wo es langgeht, oder der zumindest so tut. Im Hafen gab es früher den Obermacker. Heute reicht einfach Macker.

"— Wer ist der Macker da drüben? — Keine Ahnung, aber der tut so, als gehört ihm der Laden."

Wat mutt, dat mutt

Was muss, das muss. Norddeutscher Stoizismus in vier Worten. Wenn etwas getan werden muss, dann tut man es, ohne Jammern.

"— Gehst du wirklich bei dem Regen raus? — Wat mutt, dat mutt. Der Hund muss ja raus."

Anpansen

Jemanden anrempeln, anraunzen, anmachen. In Hamburg wird nicht rumgeeiert, wenn dich jemand anpanst, dann weißt du Bescheid.

"— Der Typ hat mich einfach angepaenst! — Was hast du gemacht? — Zurückgepaenst natürlich."

Kuddelmuddel

Durcheinander, Chaos, Wirrwarr. Norddeutsch-gemütlich für eine Situation, die komplett aus dem Ruder gelaufen ist.

"— Was für ein Kuddelmuddel auf deinem Schreibtisch! — Das ist kein Kuddelmuddel, das ist mein System."

Schmuddel

Schmutzig, dreckig, regnerisch. Schmuddelwetter ist in Hamburg quasi Standard. Wer Schmuddel nicht mag, sollte nicht nach Hamburg ziehen.

"— Wieder so ein Schmuddelwetter heute. — Ist halt Hamburg. — Stimmt. Trotzdem Schmuddel."
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