Stimmen von der Straße
"Moin. Norddeutscher Gruß zu jeder Tageszeit nutzbar. Beispiel, ich bin in Hamburg aus dem Zug gestiegen und jemand hat mich mit Moin gegrüßt, egal ob jung oder alt. Da wusste ich sofort, dass ich im Norden angekommen bin."
Was es bedeutet
Heißt schlicht Hallo, aber im Norden ist es eher ein Lebensgefühl als ein Wort. Du kannst es morgens, mittags, abends rausballern, im Regen an der Bushaltestelle genauso wie im Laden um die Ecke. Ein einzelnes Moin wirkt knapp und freundlich, so nordisch effizient. Wer Moin moin sagt, klingt schnell nach Tourist oder nach jemandem, der zu viel Smalltalk im Tank hat.
Verwendungsbeispiele
"— Moin. Zwei Franzbrötchen, bitte. — Moin, kommt sofort. — Moin moin! — Na nu, bist du Tourist oder hast du heut zu viel Kaffee?"
"Moin, sagt der Busfahrer kurz vor Mitternacht, und du nickst zurück, weil im Norden die Tageszeit dem Gruß sowieso herzlich egal ist."
"Kommst in den Kiosk rein, nickst kurz und sagst Moin. Mehr Social-Akrobatik braucht im Norden keiner."
"21 Uhr, Nieselregen, leere Tanke. Der Typ hinterm Tresen sagt Moin und sofort fühlt sich selbst das Neonlicht ein bisschen heimischer an."
"Moin, sagt die Kassiererin um halb zehn abends, und keiner tut so, als wär das komisch. Ist halt Nordmodus."
Etwas zu sagen?
Bearbeite, korrigiere oder erzähl uns etwas. Wir prüfen es und, wenn es echt ist, siehst du es mit deinem Namen übernommen.
Woher es kommt
Die Herkunft ist ziemlich gut belegt im Niederdeutschen. Moin hängt sehr wahrscheinlich mit moi oder mooi zusammen, also gut, schön, angenehm. Genau deshalb ist es kein echter Morgengruß. Im Norden läuft das Wort den ganzen Tag rum und trägt eher knappe Wärme als irgendeine Uhrzeit im Gepäck.
Andere Arten, es zu sagen
Editoren dieses Begriffs
Deine Stimme zählt
Echte Straßensprache oder haben wir es übertrieben? Stimm ab.