Im Freistaat wird nicht geredet, sondern grantelt, gschimpft und gschmust. Bayerisch ist eine Lebenseinstellung: deftig, herzlich und mit einer Maß in der Hand immer besser zu verstehen.

Gaudi

Der Spaß, die Party, der Wahnsinn, alles zusammen in einem Wort. Wenn ein Bayer sagt "Des war a Gaudi!", dann war es ein richtig guter Abend.

"— Wie war die Wiesn gestern? — A Mordsgaudi! Wir ham getanzt bis um fünfe in der Früh."

Brotzeit

Eine deftige Zwischenmahlzeit mit Brot, Wurst, Käse und am besten einem kühlen Bier dazu. Die Brotzeit ist in Bayern heilig und wird nicht diskutiert, sie wird gemacht.

"— Wollen wir erst mal a Brotzeit machen? — Ja freilich! Ohne Brotzeit geht gar nix."

Schmarrn

Blödsinn, Quatsch, Unsinn. Wenn ein Bayer sagt "So a Schmarrn!", dann hält er von dem, was du gerade gesagt hast, genau gar nichts.

"— Ich glaub, Bayern verliert das nächste Spiel. — Red koan Schmarrn! Des passiert nie!"

Watschn

Eine Ohrfeige. In Bayern wird damit nicht unbedingt geschlagen, aber gerne gedroht. "I hau dir glei a Watschn" ist quasi die bayerische Vorstufe zur Eskalation.

"— Wenn du nochmal mein Bier umschmeißt, fangst dir a Watschn! — Ja ja, is ja gut."

Fesch

Hübsch, attraktiv, schick. Wenn ein Bayer oder Österreicher dich fesch findet, dann siehst du richtig gut aus. Ein fesches Dirndl, ein fescher Bua, passt!

"— Schau dir die an! — Ja, die is fesch. A richtig fesches Madl."

Haxn

Das Bein oder der Fuß. Und natürlich die Schweinshaxn, ein Grundpfeiler der bayerischen Küche. Ohne Haxn kein Oktoberfest, ohne Oktoberfest kein Bayern.

"— Mir tut die Haxn weh vom Wandern. — Dann setz di hin und iss a Schweinshaxn. Hilft immer!"

Granteln

Mürrisch sein, schlechte Laune verbreiten, meckern. Der Grant ist quasi die bayerische Grundstimmung am Montagmorgen. Aber ein Grantler hat ein Herz aus Gold, man sieht es nur nicht.

"— Warum is der Opa so grantig? — Des is kein Grant, des is normal. Der is halt Bayer."

Saupreiss

Liebevolle (naja, meistens) bayerische Bezeichnung für Nicht-Bayern, besonders Norddeutsche. Kommt von "Preuße" und wird gerne auf der Wiesn benutzt. Nicht persönlich nehmen, meistens.

"— Noch ein Bier bitte! — Des heißt "Noch a Maß", du Saupreiss! — Okay... noch a Maß!"

Glump

Zeug, Kram, wertloses Zeugs. Wenn ein Bayer etwas als Glump bezeichnet, dann ist es nicht viel wert. Kann aber liebevoll gemeint sein, "mei Glump" ist quasi "mein Kram".

"— Was is des fürn Glump auf dem Tisch? — Des is kein Glump, des is meine Briefmarkensammlung!"

Ratschkathl

Eine Frau, die gerne und viel redet. Das bayerische Wort für Klatschbase. Wird liebevoll-spöttisch benutzt, meistens hinter vorgehaltener Hand.

"— Die Frau Meier is a richtiges Ratschkathl. — Psst, net so laut, die hört alles!"

Gscheit

Gescheit, klug, vernünftig. Aber auch: ordentlich, richtig. "Mach's gscheit" heißt in Bayern nicht nur "mach es klug", sondern auch "mach es richtig".

"— Mach des jetzt mal gscheit! — Ich geb mir ja Mühe! — Mehr Mühe!"

Hendl

Brathähnchen. Auf dem Oktoberfest DAS Essen neben der Schweinshaxn. Ein halbes Hendl, eine Maß Bier, und der Tag ist gerettet.

"— A halbes Hendl und a Maß, bitte! — Kommt sofort! Dreißig Euro. — Oida... ähh, ich mein: Jessas!"

Servus

Hallo und Tschüss in einem Wort. In Bayern und Österreich die Universalbegrüßung unter Freunden. Kommt aus dem Lateinischen, Bayern ist halt gebildet.

"— Servus! Wie geht's? — Servus! Passt alles. Und bei dir? — Auch gut, servus!"

Semmel

Das Brötchen. In Bayern heißt es nicht Brötchen, nicht Schrippe, nicht Wecken, es heißt Semmel. Punkt. Diskussion beendet.

"— Sechs Semmeln bitte! — Welche? Laugen oder normal? — Drei von jedem. Und a Brezn!"

Biergarten

Das Paradies auf Erden, zumindest für Bayern. Unter Kastanien sitzen, Maß trinken, Brotzeit essen. Der Biergarten ist keine Location, er ist eine Philosophie.

"— Wohin gehen wir? — In den Biergarten, wohin sonst? — Aber es regnet! — Dafür gibt's Schirme."

Gschmeidig

Geschmeidig, smooth, lässig. Wenn in Bayern etwas gschmeidig läuft, dann läuft es perfekt. Kein Stress, kein Drama, alles easy.

"— Wie war die Prüfung? — Gschmeidig! Voll easy. — Angeber."

Busserl

Ein Küsschen, ein kleiner Kuss. Bayerisch-zärtlich und viel süßer als das norddeutsche "Küsschen". Ein Busserl auf die Wange, und die Welt ist in Ordnung.

"— Gib mir a Busserl! — Hier, eins auf die Backe. — Und eins auf die andere Seite? — Gierig!"

Ausgsuffa

Ausgetrunken. Das Schlimmste, was einem in Bayern passieren kann: die Maß ist ausgsuffa. Aber keine Sorge, es kommt ja gleich eine neue.

"— Die Maß is ausgsuffa! — Dann besorg dir a neue! — Bin schon unterwegs!"

Mordsgaudi

Riesenspaß, mega Gaudi. Die Steigerungsform von Gaudi. Wenn es nicht nur lustig war, sondern absolut episch, dann war es eine Mordsgaudi.

"— Die Party war a Mordsgaudi! — Echt? — Ja, der Sepp hat auf dem Tisch getanzt!"

Zwetschgendatschi

Pflaumenkuchen. Ja, es gibt dafür ein eigenes bayerisches Wort, und es ist wunderschön. Der Zwetschgendatschi der Oma, unschlagbar.

"— Magst an Zwetschgendatschi? — Was für ein Ding? — Pflaumenkuchen! — Ach so! Ja, gerne!"

Brezn

Die Brezel. In Bayern die Brezn, mit Butter drin, zum Weißbier, auf der Wiesn. Ohne Brezn geht in Bayern gar nichts.

"— A Brezn bitte! — Mit extra Salz? — Ja, und mit Butter drauf!"

Haderlump

Ein Taugenichts, ein Lump, ein Hallodri. Klingt schlimmer als es ist, ein Haderlump ist meistens harmlos, nur eben ein bisschen nutzlos.

"— Der Haderlump hat schon wieder nix gemacht! — Lass ihn, der is halt so."

Fotzn

Mund, Gesicht, oder auch eine Ohrfeige. In Bayern ein ganz normales Wort, das außerhalb für Verwirrung sorgt. "Halt die Fotzn" heißt einfach: Halt den Mund.

"— Halt die Fotzn, ich will den Film hören! — Ich hab doch gar nichts gesagt! — Eben. Weiter so."

Narrisch

Verrückt, wahnsinnig, aber meistens positiv. Wer narrisch ist, hat den Verstand verloren, oft vor Freude. "I bin narrisch vor Glück!" ist ein echtes Kompliment.

"— Der Bub ist ja narrisch! — Ja, aber a guter narrisch. Der hat nur Spaß."

Mia san mia

Wir sind wir. DAS bayerische Lebensmotto. Drückt Selbstbewusstsein, Stolz und Zusammenhalt aus. Bayern gegen den Rest der Welt, und Bayern gewinnt immer. Meistens.

"— Warum seid ihr Bayern so stur? — Mia san mia. Fertig."

Kluftinger

Jemand, der immer in Tracht rumläuft. Benannt nach dem fiktiven Kommissar, aber im echten Bayern kennt jeder einen Kluftinger. Lederhose an und los.

"— Trägst du schon wieder Lederhosen? — Is ja Samstag! — Gestern war Dienstag und du hattest sie auch an. — Und?"

Hosenscheisser

Ein Baby oder Kleinkind. In Bayern kein Schimpfwort, sondern eine liebevolle Beschreibung der Realität. Ein Hosenscheisser ist halt klein und macht in die Hose. Ehrlich.

"— Wie alt ist der Kleine? — Zwei. — Ah, ein Hosenscheisser! — So kann man's auch sagen."

Grantler

Ein mürrischer, schlecht gelaunter Mensch. In Bayern fast ein Ehrentitel. Der Grantler meckert über alles, meint es aber nicht böse. Meistens.

"— Der alte Grantler von nebenan hat schon wieder geschimpft. — Über was? — Über alles. Wie immer."
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