Sächsisch wird oft belächelt, aber wer genau hinhört, entdeckt eine Sprache voller Charme und Eigenheiten. Hier wird nicht gesprochen, hier wird gesächselt, und das mit Stolz, nu!
Nu
Das sächsische Universalwort. Heißt ja, nein, vielleicht, aha, und okay, je nach Tonfall. Ein ganzes Gespräch kann theoretisch nur aus "Nu" bestehen.
Spriesse
Sommersprossen. Typisch sächsisch, typisch süß. Wenn die Sonne rauskommt, kommen die Spriesse, und damit der sächsische Sommer.
Sächsisch
Der Dialekt selbst ist hier das Wort. In Sachsen sagt man nicht, man spricht Sächsisch, man sächselt. Und das mit einem Selbstbewusstsein, das bewundernswert ist.
Potschamper
Nachttopf, Pisspott. Ein herrlich sächsisches Wort, das klingt wie das, was es ist. Wird heute eher als Schimpfwort benutzt: "Du alter Potschamper!"
Karussell
Kreisverkehr. Nur in Sachsen sagt man Karussell statt Kreisverkehr. Klingt lustiger und beschreibt auch besser, was manche Autofahrer darin machen: im Kreis fahren.
Flöööte
Ausruf des Erstaunens, typisch sächsisch. Wird lang gezogen und drückt tiefe Überraschung aus. Je länger das ö, desto erstaunter.
Schässlong
Chaiselongue auf Sächsisch. Die sächsische Eindeutschung französischer Wörter ist legendär. Aus der feinen Chaiselongue wird die gemütliche Schässlong.
Schangenieren
Sich schämen oder sich genieren. Die sächsische Version des französischen "se gêner". Die Sachsen haben Frankreich im Herzen, zumindest sprachlich.