Was es bedeutet
Kiez ist dein direktes Viertel, also die paar Straßen, wo man die Gesichter kennt, weiß welcher Späti noch offen hat und in welcher Kneipe ab Mitternacht noch Licht brennt. Vor allem in Berlin hängt an dem Wort richtig viel Heimatgefühl. In Hamburg hört man's auch, da meint's ebenfalls das vertraute Stück Stadt um die Ecke.
Verwendungsbeispiele
"— Lass ma nachher los? — Klar, icke bin im Kiez unterwegs, Ecke Schönhauser, Späti-Stop mit dir und dann noch rüber zur Kneipe, wa."
"In meinem Kiez kennt der Späti-Onkel mich mit Vornamen, weiß, dass ich freitags die Sterndorfer Brötchen hole, und schiebt mir ohne Worte den letzten Lakritzstein über den Tresen."
"Wenn du in einen neuen Kiez ziehst, brauchst du ungefähr drei Monate, bis du weißt, in welcher Bar das Bier kalt ist, in welcher das WLAN funktioniert und in welcher beide Sachen gleichzeitig stimmen."
"Bei uns im Kiez musst du niemandem erklären, wo du herkommst, einmal um die Ecke gelaufen und irgendwer ruft schon deinen Namen."
"Neuer Laden im Kiez, aber erst wenn die Leute vom Block da wirklich abhängen, gehört der Bums auch dazu."
Etwas zu sagen?
Bearbeite, korrigiere oder erzähl uns etwas. Wir prüfen es und, wenn es echt ist, siehst du es mit deinem Namen übernommen.
Woher es kommt
Das Wort geht auf Kietz zurück, eine ältere Bezeichnung slawischen Ursprungs. So nannte man früher kleine Siedlungen oder Ansiedlungen am Rand größerer Orte, oft mit eigener Prägung. In Berlin und Hamburg blieb das hängen und wurde später zum Wort für das vertraute Viertel direkt um einen rum.
Editoren dieses Begriffs
Deine Stimme zählt
Echte Straßensprache oder haben wir es übertrieben? Stimm ab.