Dit

Dit ist die Berliner Kurzform für das und manchmal auch für dieses. Klingt frech, spart Silben und macht jeden Satz sofort nach Kiez. Du hörst es beim Bäcker, an der Ampel und in der U-Bahn, gern mit ordentlich Nachdruck: Dit mein ick. Schreibt man meist dit, gesprochen eher wie det, je nach Ecke. Perfekt, wenn Hochdeutsch zu geschniegelt wirkt und du's kernig willst.

"— Ick such dit Ticket, wa. — Dit liegt doch neben dir, Alta. — Oha, ick bin blind. — Dit is Berlin, hier wird jemeckert und jefunden."

Icke

Icke ist Berlinerisch für ich. Klingt sofort nach Kiez, Schnauze und ein bisschen Brust raus. Wer Icke sagt, meint nicht bloß sich selbst, da schwingt oft gleich Haltung mit. So ein knappes Ich bin gemeint, ich steh dazu, ick bin da. Direkt, warm und herrlich ungebügelt.

"— Wer hat den letzten Pfannkuchen vom Bäcker stibitzt? — Icke, wa. War Hunger, und der Späti hatte schon zu, sorry, nich."

Kiez

Kiez ist dein direktes Viertel, also die paar Straßen, wo man die Gesichter kennt, weiß welcher Späti noch offen hat und in welcher Kneipe ab Mitternacht noch Licht brennt. Vor allem in Berlin hängt an dem Wort richtig viel Heimatgefühl. In Hamburg hört man's auch, da meint's ebenfalls das vertraute Stück Stadt um die Ecke.

"— Lass ma nachher los? — Klar, icke bin im Kiez unterwegs, Ecke Schönhauser, Späti-Stop mit dir und dann noch rüber zur Kneipe, wa."

Knorke

Knorke heißt einfach richtig gut, prima, top. Das Wort hat diesen altberliner Charme mit Zigarrenqualm, Eckkneipe und einem trockenen Grinsen im Mundwinkel. Heute sagt man's oft mit Augenzwinkern, mal ehrlich begeistert, mal ein bisschen verspielt ironisch. Wer knorke sagt, klingt sofort, als hätte er schon drei Jahrzehnte Großstadtstaub in der Jacke und trotzdem gute Laune.

"— Ey, wie findste die neue Bude in Neukölln? — Knorke, Alter. Balkon, Späti um die Ecke, und die Nachbarn labern nicht mal."

Stulle

Stulle ist das ganz normale Butterbrot, meist eine belegte Scheibe, die man schnell aus der Hand isst. In Berlin sagt kaum jemand Butterbrot, da heißt das Ding Stulle, manchmal auch Knifte. Klassiker ist die Schmalzstulle mit Gurke, wenn’s herzhaft sein soll. Taucht oft in Imbiss, Schule und Späti-Pause auf und macht satt, ohne Theater.

"Am Späti vorm Park: — Ick hab Hunger, Alter. — Hier, nimm dir ’ne Stulle mit Schmalz und Gurke, dann kannste wieder laufen."

Schnauze

Schnauze ist ein derbes Wort für den Mund, bei Tieren auch wirklich für die Schnauze. Unter Menschen knallt es oft rau raus, etwa in Halt die Schnauze, also sei sofort still. Je nach Ton ist das nur flapsig oder schon klar beleidigend. In Berliner Schnauze steckt das Wort auch drin, da meint es diese freche, direkte Art zu reden.

"Im Bus pöbelt einer rum, ich sag: Ey, halt die Schnauze, die Kleine schläft. Danach war plötzlich ganz viel Ruhe."

Stimmen des Volkes

Theorie ist ja schön und gut... aber was uns Magikitos richtig abgeht, ist echte Menschen in ihrem natürlichen Flow zu hören. Wenn du einen coolen Ausdruck aus deiner Gegend kennst, nimm sie im Studio auf und benutze sie mit einem echten, alltäglichen Beispiel. Wir veröffentlichen sie alle und bauen die Klangkarte gemeinsam auf!

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