"Slangwort Baba. Anderes Wort für Tschüss. Kleines Beispiel. Baba, bis morgen, wir schreiben noch."
"Baba heißt sowas wie Tschüss oder Auf Wiedersehen. Ich geh so aus einem kleinen Laden raus, wink noch kurz zur Verkäuferin und denk mir nur, ja passt, baba. Kurz, freundlich und fertig."
"Baba. Heißt so viel wie Tschüss oder Auf Wiedersehen. Mein Kollege ruft noch schnell Baba ins Büro, schnappt seine Jacke und ist schon weg."
Baba
Heißt so viel wie Tschüss oder Auf Wiedersehen, meist locker und ein bisserl kindlich, aber Erwachsene in Wien sagen’s auch ohne Scham. Oft kommt gleich ein Bussi hinterher, vor allem am Telefon oder beim schnellen Abtauchen aus dem Kaffeehaus. Klingt weich, freundlich und endgültig genug, dass alle wissen: Gespräch is aus.
"Das Beisl ist die Wiener Kneipe. Nicht schick, nicht hip, sondern einfach ehrlich. Da hängen die Vorhänge seit 1970 und der Wirt heißt Leopold. Also, lass ins Beisl gehen, sagt er. Ich frag, welches. Na das, wo der Leopold die Rechnung noch mit dem Bleistift schreibt. Das ist ein Beisl."
Beisl
Ein Beisl ist in Österreich die kleine, einfache Wirtschaft mit Seele. Nicht geschniegelt und nicht auf trendy gemacht, sondern gemütlich, eingelebt und oft ein bissl schrullig. Da sitzt der Stammtisch, es gibt Hausmannskost, Spritzer oder Bier, und meistens kennt man sich schneller, als man bestellt hat.
Grantler
Ein Grantler ist jemand, der dauernd grantig ist: mies drauf, knurrt rum und findet an allem was zum Meckern. Der Begriff hängt mit dem bayerischen Grant zusammen, also schlechter Laune oder Groll. Oft ist das halb Show, halb Lebenshaltung, am Stammtisch fast schon Folklore. Trotzdem gilt: Nicht jeder Grantler ist harmlos, manche meinen’s ernst.
Heuriger
Heuriger ist der klassische Winzer-Ausschank: Der Bauer schenkt seinen eigenen heurigen, also jungen Wein aus, dazu gibt’s Brettljause, Gurkerl und viel G’schichtln. Du sitzt oft im Hof oder Garten unterm Nuss- oder Kastanienbaum, und irgendwann klingt jede Runde wie ein kleines Konzert bis spät in die Nacht. Kann auch den Wein selbst meinen.
"Leiwand ist großartig, super, fantastisch. Das höchste Lob, das ein Wiener verteilt. Wenn einer leiwand sagt, meint er es ernst. Beispiel: Die Party gestern war so leiwand. Die Musik, die Leute, der Vibe, oida, ich hab mich so wohl gefühlt. Nur der Wirt war ein bisschen grantig. Aber das ist eh leiwand."
Leiwand
Heißt so viel wie richtig gut, super, angenehm oder beeindruckend. Sagt man in Wien, wenn was passt: das Essen, die Party, sogar das Wetter, wenn’s einmal nicht schüttet. Leiwand ist eher gemütlich begeistert als geschniegelt-hip, aber es trifft halt immer. Zur Herkunft kursiert die Story mit Leinwand oder Leinenwand als Qualitätsstoff, ganz fix ist nur: klingt nach Wien und macht Laune.
"Oida, das ist Alter. Aber es ist alles. Freude, Wut, Überraschung, Liebe. Du kannst Oida sagen und jeder Wiener versteht genau, was du meinst. Beispiel. Oida, hast du gehört? Der Thomas hat gekündigt. Oida, echt? Oida, das ist ja Wahnsinn. Oida."
"Oida, Oida. Oida sagt man, wenn man überrascht ist oder genervt ist. Heut hab ich meinen Schlüssel gesucht und der war die ganze Zeit in meiner Jacke und ich bin durch die ganze Wohnung gerannt und hab geschimpft wie ein Depp und dann denk ich mir nur, Oida, das gibt's doch nicht."
Oida
Oida ist das Dialekt-Pendant zu Alter und in Wien das absolute Allzweck-Gewürz. Du kannst damit jemanden anreden, dich aufregen, staunen oder einfach nur mitfühlen, alles hängt an Betonung und Blick. Ein langgezogenes Oiiida heißt meist Unglauben, ein kurzes Oida eher Ärger. In der Runde ersetzt es locker drei Sätze und spart dir Energie. Außerhalb Wiens checken’s auch viele, aber im Bewerbungsgespräch lieber nicht gleich fünfmal raushauen.
"Piefke ist die abwertende Bezeichnung für einen Deutschen, speziell aus dem Norden. Nicht nett, aber ehrlich. Sagt man, wenn einer Fahrradhelm statt Fahrradhut sagt. Beispiel, da kommt so ein Piefke in die BIM und fragt, wo gibt es hier ein Fahrradgeschäft? Alle haben gelacht."
Piefke
Abwertende Bezeichnung für Deutsche (oft mit Fokus auf „Norddeutsche“); nicht nett, wird als Spott genutzt.
"Ein Sandler ist ein Obdachloser oder jemand, der ungepflegt aussieht. Das Wort klingt hart, ist aber nicht unbedingt böse gemeint, eher eine nüchterne Beschreibung. Beispiel, nach drei Tagen Festival schauen wir alle aus wie Sandler. Zelte, Dreck und die letzte Wäsche."
Sandler
Wiener Ausdruck für einen Obdachlosen bzw. jemanden, der sehr ungepflegt aussieht; klingt hart, ist aber oft eher nüchtern als bewusst beleidigend gemeint.
Schmäh
Schmäh ist diese sehr wienerische Art zu reden, bei der Witz, Charme und ein bissl Grant gemeinsam in der Pfanne brutzeln. Das kann ein lockerer Spruch sein, ein Flirt, ein Seitenhieb oder eine hübsch verpackte Gschicht, die nicht ganz geradeaus läuft. Wenn wer Schmäh führt, redet er so, dass du grinst, obwohl du noch gar nicht sicher bist, ob du grade verarscht oder verzaubert worden bist.
Spritzer
Ein Spritzer ist Weißwein, der mit Sodawasser oder Mineral aufgespritzt wird, damit er leichter und gschmeidiger runtergeht. Beim Heurigen gehört das Zeug im Sommer einfach dazu, oft im Viertel- oder Krügerlglas. Schmeckt frisch, haut nicht ganz so rein wie purer Wein und macht lange Abende auf der Bankl gleich gemütlicher.
Tschick
Eine Zigarette. In Wien und ganz Österreich das Standardwort, wenn du nach einer Kippe fragst. Hast an Tschick? ist die klassische Frage vor dem Lokal oder an der Straßenbahnhaltestelle. Kommt möglicherweise aus dem Italienischen (cicca), hat sich aber längst als urwienerisch etabliert. Tschick paffen und dabei sudern gehört zur Wiener Lebensart.
Goschert
Goschert ist wer frech, vorlaut und ziemlich mundstark daherkommt. So jemand hält die Klappe nicht aus Höflichkeit halber, sondern haut den Spruch raus, oft schnell, spitz und mit Schmäh. Kann total feierbar sein, wenn wer schlagfertig ist. Kann aber auch nerven, wenn's bloß noch respektlos wird.