Hier wird geschafft, net geschwätzt. Die Schwaben und Badener haben für alles ein Wort, meistens ein sehr effizientes. Sparsamkeit gilt auch bei den Silben.

Schafsäckel
Unbekannt · Schwaben
"Das Wort Schafsäckel bedeutet aus meiner Gegend nichts anderes als du Vollidiot quasi. Das ist ein anderer Begriff dafür jetzt als Beispiel. Mein Vater sagt zu mir, ich soll ihm den Akkuschrauber reichen. Ich reiche ihm aber dabei die Flex. Dann sagt er, Kevin, du Schafsäckel."
sich zum Horst machen
Hanna · Bayern
"Ich habe mich komplett zum Horst gemacht. Sich zum Horst machen bedeutet, dass man sich dumm verhält. Beispiel, ich habe heute etwas gesagt, das überhaupt keinen Sinn gemacht hat und alle haben mich komisch angeschaut."
Haram
Marcel · Deutschland
"Haram. Verboten, falsch, moralisch daneben, oft humorvoll. Beispiel, ich wollte eigentlich gesund essen, aber dann stand da dieser Schokokuchen. Ich wusste, es ist Haram, aber ich habe trotzdem ein Stück genommen."

Reingeschmeckter

Schwäbisches Pendant zum Wiener Zuagroasten: ein Reingeschmeckter ist einer, der von auswärts zugezogen ist und kein gebürtiger Einheimischer. Das schmecken spielt aufs kurze Reinschnuppern an, als hätte man bloß mal hereingekostet. Liebevoll-spöttisch gemeint, aber unmissverständlich: dazu gehören tust du als Reingeschmeckter nie so richtig.

"Auch nach zwanzig Jahren im Dorf bleibt er für die Alteingesessenen der Reingeschmeckte aus der Stadt."

Schafsäckel

Bedeutet so viel wie Dussel oder Trottel, meistens mit einem genervt-liebevollen Grinsen, wenn jemand was Offensichtliches verpeilt. Klingt derb, ist aber oft Familien-Werkstatt-Slang: falsches Werkzeug, falscher Knopf, zack kommt das Wort geflogen. Wenn’s wirklich böse gemeint ist, merkt man’s am Ton, nicht am Ausdruck. Passt perfekt, um kleine Chaos-Momente zu markieren, ohne gleich Drama zu machen.

"I sollt nur kurz dr Akkuschrauber hole, komm aber mit dr Flex um d Eck, da brummt’s: Du Schafsäckel, des isch doch klar!"

Sich zum Horst machen

Heißt, dass du dich mit einer peinlichen Aktion oder einem dämlichen Spruch selbst schön ins Aus schießt und kurz dastehst, als wärst du der Statist im eigenen Cringe-Kino. Ist meistens selbstironisch gemeint und nicht todernst beleidigend.

"I wollt geschniegelt wirken, hau aber im Meeting an Schmarrn raus, alle schaun komisch. Zack, i hab mi komplett zum Horst gmacht."

Haram

Haram sagst du, wenn was sich verboten, zu wild oder moralisch bisschen cursed anfühlt und du's mit Grinsen trotzdem machst oder feiern willst. Meist ist das ironisch gemeint, vor allem bei kleinen Alltagssünden wie Junkfood, Faulsein, zu lang wach bleiben oder irgendeiner Sache, bei der das Gewissen kurz Alarm bimmelt.

"Wir wollten gesund essen, dann steht Schokokuchen da. Haram, aber wir nehmen trotzdem ein Stück."

Gsälz

Gsälz ist im Schwäbischen einfach Marmelade, also der süße Brotaufstrich fürs Weckle am Morgen. In Stuttgart und weiten Teilen von Schwaben sagt man ganz selbstverständlich Gsälz, und wer geschniegelt Marmelade bestellt, klingt schnell nach Reigschmecktem. Das Wort gehört dort ganz normal auf den Frühstückstisch, egal ob Erdbeer, Aprikose oder Zwetschge.

"Mama, wo isch des Gsälz? I find bloß Honig im Kühlschrank. Ohne Erdbeer-Gsälz auf meim Weckle fang i den Tag net an, des sag i dir."

Stimmen des Volkes

Theorie ist ja schön und gut... aber was uns Magikitos richtig abgeht, ist die Leute aus Stuttgart in ihrem natürlichen Flow zu hören. Wenn du einen typischen Ausdruck von dort kennst, nimm sie im Studio auf mit einem echten Beispiel. Wir fügen ihn zu den Stimmen deiner Gegend hinzu!

Finde deinen Ausdruck und gib ihm deine Stimme
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