Was es bedeutet
So nennt der Bayer jemanden, der ungepflegt, heruntergekommen oder einfach einen echt schlechten Eindruck macht. Kommt vom Wort "Krattler", also jemand der mit dem Kraxen durchs Land gezogen ist. Früher waren das arme Hausierer, heute ist es einfach der Typ mit dem fleckigen Unterhemd, der morgens um elf schon sein drittes Bier aufmacht. Wird gern deftig rausgehauen.
Verwendungsbeispiele
"Schau da den Grattler an, wie er mit seine zerfetzten Latschen durch den Biergarten schlurft und überall Aschekrümel verteilt, mei oh mei."
"Schau dir den Grattler an der Ecke an, der hat seit Wochen die gleiche Jacke an."
"Du bist ein echter Grattler geworden, seit du nicht mehr arbeitest, putz dich mal anständig."
"So a Grattler hockt scho wieder vor'm Kiosk und schaut aus, als hätt er seit Fasching nimmer heimgefunden."
"Räum dein Zimmer auf, des schaut aus, als hätt da ein ganzer Haufen Grattler drin gewohnt."
Woher es kommt
Grattler ist ein bairisch-österreichisches Schimpfwort und hängt mit älteren Formen wie Krattler oder Krätzler zusammen. Ursprünglich meinte man damit eher arme Hausierer oder herumziehende Kleinhändler mit Kraxe auf dem Rücken. Später hat sich das Wort verschoben und klebt heute an Leuten, die schäbig, verwahrlost oder richtig abgeranzt rüberkommen.