Stimmen von der Straße
Was es bedeutet
Sturm ist der angegorene Traubenmost im Herbst, süß, trüb und gefährlich gemütlich. Schmeckt wie Saft, wirkt aber wie ein kleiner Überfall, weil du erst spät merkst, wie’s dich erwischt. Beim Heurigen gehört er dazu wie das G’schichtldruckn am Tisch. Nach ein paar Gläsern wird geduzt, gelacht und manchmal geküsst, oje.
Verwendungsbeispiele
"Drei Sturm später duz i die Bedienung, lobe die Musik und erklär dem Tisch, er sei mein bester Freund. Alle nicken, weil’s eh kennen."
"Beim Heurigen haben wir einen Krug Sturm geteilt und plötzlich war der Abend gelaufen."
"Vorsicht mit dem Sturm, der schmeckt harmlos und haut dich dann um."
"Bestell dir nur a kleines Glas Sturm, hab i gesagt. Zehn Minuten später hat er schon dem Nachbartisch seine Lebensgeschichte serviert."
"Sturm is tückisch. Erst süß wie Traubensaft, dann stehst vorm Heurigen und redest mit der Jacke, als wär's dein Cousin."
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Woher es kommt
Sturm heißt das Zeug, weil der gärende Most in dieser Phase noch richtig arbeitet und stürmisch blubbert. Im österreichischen Weinbau ist der Name seit langem für jungen, noch nicht fertig vergorenen Traubenmost gebräuchlich. Das beschreibt also nicht irgendeine poetische Laune, sondern ganz direkt seinen wilden Gärzustand.
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