Was es bedeutet
Bedeutet sich genieren, also vor Scham oder Schüchternheit zurückzucken. Meist fällt es als Zuruf: Schangier di ned, mach einfach mit. Das kommt tatsächlich vom französischen se gêner und hat sich im bairisch-österreichischen Alltag gehalten. Praktisch, wenn jemand am Buffet rumdruckst oder beim Anstoßen plötzlich ganz klein wird. Klingt ein bissl vornehm, ist aber komplett Stammtisch-tauglich.
Verwendungsbeispiele
"— Schangier di ned, geh, stell di zu uns und hol da a Brezn. — I bin halt a bissl schüchtern. — Passt scho, mia beißen ned."
"Schangier di ned beim Buffet vom Hochzeitssaal, geh ruhig dreimal, der Brautvater hat das Catering bezahlt und wäre froh wenn das Essen nicht in der Mülltonne landet."
"Auf dem Klassentreffen in Innsbruck habe ich kurz schangiert, als alle die Karriere besprachen, aber dann hab ich gelächelt und vom Sommer in Sardinien erzählt, das hat alles gerettet."
"Schangier di ned, hock di her, bei uns kriegt jeder a Bier in d'Hand und a Gschicht ins Ohr."
"Er hat erst voll schangiert vorm ersten Tanz, aber nach zwei Takten war er mitten auf der Fläche und hat aufgedreht."
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Woher es kommt
Schangieren kommt über bairisch-österreichische Mundarten vom französischen se gêner, also sich genieren. Das Wort hat sich vor allem im süddeutschen und österreichischen Alltag gehalten und klingt leicht altmodisch-fein, lebt aber ganz unprätentiös weiter, wenn man jemanden auffordert, nicht so scheu oder verklemmt zu sein.
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