Stimmen von der Straße

Kunzo · Wien
"Der Powidl ist Zwetschgenmarmelade, aber auch ein Schimpfwort für Unsinn oder dummes Gerede. Also wenn du einer Blödsinnrede sagst, red kein Powidl. Beispiel, der Chef hat wieder Powidl dahergeredet von Synergien. Ihr habt nur Augen verdreht und einen Kaffee getrunken"

Was es bedeutet

Powidl ist erst mal das dicke Zwetschgenmus aus der Wiener Mehlspeisenseele. Im Alltag heißt Powidl aber auch Unsinn, leeres Gerede oder Schmarrn. Wenn dir wer was auftischt, das hinten und vorne keinen Wert hat, sagst du trocken: Red ka Powidl. Kurz, grantig, sitzt sofort.

Verwendungsbeispiele

"Der Chef labert wieder von Synergien, i schau rüber und murmel: red ka Powidl. Dann geh i Kaffee holen und fühl mi plötzlich viel g’sünder."
"Zum Frühstück gibt's frische Buchteln mit Powidl, ein Traum."
"Red ka Powidl, ich weiß genau, dass du den Termin vergessen hast."
"Heast, red ka Powidl, des mit dem verlorenen Handy glaub i dir keine Sekunde."
"Die Oma schmiert mir Powidl aufs Kipferl, und plötzlich ist die ganze Küche wieder Sonntag."

Etwas zu sagen?

Bearbeite, korrigiere oder erzähl uns etwas. Wir prüfen es und, wenn es echt ist, siehst du es mit deinem Namen übernommen.

Tonfall
Ironisch Ausgelassen Zärtlich

Woher es kommt

Das Wort kommt aus dem Tschechischen, von povidla. Gemeint war ursprünglich eingekochtes Zwetschgenmus. Über Böhmen ist der Ausdruck ins Wienerische und Österreichische gewandert. Daraus wurde neben der kulinarischen Bedeutung auch ein Wort für Unsinn oder blödes Gerede. So ist aus süßem Mus sprachlich ein kleiner Watschenhieb geworden.

Andere Arten, es zu sagen

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