Stimmen von der Straße
Was es bedeutet
Desperat bist, wenn bei dir schon alles auf Notprogramm läuft und dir echt nix G'scheits mehr einfällt. Nicht bloß genervt oder gestresst, sondern so richtig ratlos, fertig oder mit dem Nervenkostüm auf Fetzen. Sagt man oft mit Schmäh, damit die Misere ned ganz so schwarz daherkommt.
Verwendungsbeispiele
"Nach der dritten Absage war er so desperat, der hätt sogar den Chef um a Gehaltserhöhung gebeten. Und des will was heißen, heast."
"Mei, ich bin desperat heut, der Computer is dreimal hintereinander obegstürzt und der Techniker geht erst Montag ans Telefon, des kann ja net wahr sei."
"Nach der vierten Heiratsantragsabsage war der Franzi so desperat, der hätt sogar den Hund g'fragt, ob er ja sagt. Wien halt, mit Schmäh bis zum Schluss."
"I bin so desperat, i hab gestern ernsthaft die Bedienungsanleitung vom Drucker gelesen, freiwillig auch noch."
"Wennst um Mitternacht noch Excel-Tabellen streichelst und auf ein Wunder hoffst, bist nimmer motiviert, dann bist desperat."
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Woher es kommt
Desperat ist die österreichische, besonders wienerische Form von standarddeutsch desperat. Das Wort kommt über französisch désespéré aus dem lateinischen desperatus und meinte ursprünglich verzweifelt oder hoffnungslos. Im Alltag hat's in Österreich den eigenen Klang behalten und wird oft für ratlose, völlig fertige Zustände mit einer Prise Schmäh verwendet.
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