Was es bedeutet
Grünkohl ist im Norden nicht nur Gemüse, sondern ein Winter-Event: Man trifft sich zur Kohlfahrt, latscht mit Bollerwagen durch die Kälte und landet am Ende bei Grünkohl mit Pinkel. Wenn jemand sagt wir machen Grünkohl, meint er oft genau dieses Ritual aus Spaziergang, Schnack, Korn und ordentlich deftigem Teller. Ohne das fühlt sich Januar falsch an.
Verwendungsbeispiele
"Moin, heute Abend Kohlfahrt: erst mit dem Bollerwagen durchs Viertel, dann Grünkohl mit Pinkel. Wenn du absagst, bist du offiziell kein Nordlicht."
"Im Januar geht es traditionell zur Kohlfahrt, mit Grünkohl und Schnaps zum Schluss."
"Bei uns im Norden ist Grünkohl im Winter Pflicht, am liebsten mit Pinkel."
"Wenn's draußen schneidet und einer Grünkohl ruft, weißt du doch schon, dass der Bollerwagen gleich mehr Würde hat als der ganze Wochenplan."
"Bei uns heißt Grünkohl nicht bloß Essen, das ist ein kompletter Januartermin mit Laufen, Schnack und hinterher so satt sein, dass nur noch Sofa geht."
Woher es kommt
Wörtlich ist Grünkohl einfach der krause Blattkohl. Dass daraus im Norden fast ein gesellschaftliches Winterritual geworden ist, hängt mit der starken Esskultur rund um Kohlfahrten zusammen, vor allem in Niedersachsen, Bremen und Hamburg. Der Name selbst ist also alt und schlicht, das Event drumherum ist die regionale Aufladung.