Was es bedeutet
Angsthase ist die harmlose, fast kindliche Variante von Feigling: jemand kneift, traut sich nicht und zieht den Schwanz ein, wenn’s ernst wird. Wird oft im Spaß gesagt, kann aber trotzdem pieksen, weil’s Mut testet. Passt perfekt auf dem Schulhof, beim Klettern oder wenn wer vor ’ner Ansage zurückrudert. Auch Erwachsene nutzen’s, wenn sie jemanden ein bisschen aufziehen wollen.
Verwendungsbeispiele
"Alle standen schon am Zehnerbrett, nur Tim hat wieder zurückgesetzt. Leon ruft: Komm schon, Angsthase, einmal springen, dann gibts Pommes!"
"Mei kleiner Cousin ist der Angsthase des Schulhofs der Grundschule in München-Pasing, er klettert nicht über die Mauer zur Streuobstwiese, schwingt nicht am Affenseil im Park und weigert sich seit zwei Jahren, in den Pool des Olympiabads vom Beckenrand zu springen, trotz aller Versuche seiner älteren Schwester."
"Sei kein Angsthase, schrieb mei Vater an meinen Bruder vor dem Tauchgang im Bodensee, das Wasser ist klar, die Sicht reicht bis zum Schiffswrack auf neun Metern Tiefe, und der Tauchlehrer aus Friedrichshafen begleitet seit dreißig Jahren die Anfänger des Vereins ohne einen einzigen Zwischenfall."
"Jetzt tu doch nicht so, du Angsthase, die Achterbahn frisst dich schon nicht auf."
"Er wollte erst groß mitkommen und hat dann vor dem Sprung ins kalte Wasser gekniffen. Voll der kleine Angsthase heute."
Woher es kommt
Angsthase ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Das Wort baut auf dem alten Bild vom Hasen als schreckhaftem Tier auf, das bei Gefahr sofort flüchtet. So wurde der Hase im Volksmund zum Sinnbild für Ängstlichkeit, und Angsthase hat sich daraus als neckisches Wort für einen Feigling festgesetzt.
Andere Arten, es zu sagen
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