Was es bedeutet
Über den Daumen gepeilt heißt grob geschätzt, ohne nachzumessen. Das Bild kommt vom Handwerk und der Seefahrt, wo man den ausgestreckten Daumen als grobes Maß vors Auge hielt, um Entfernungen oder Größen abzuschätzen. Genau ist anders, aber für den Hausgebrauch reicht der Daumen allemal.
Verwendungsbeispiele
"Über den Daumen gepeilt passen da hundert Leute rein, aber frag mich nicht nach der genauen Zahl."
"Über den Daumen gepeilt passen da hundert Leute rein, aber genau ausgezählt hat die Stühle natürlich keiner."
"Was kostet der Umbau? Über den Daumen gepeilt zwanzigtausend, aber frag lieber nochmal den Handwerker."
"Über den Daumen gepeilt sind wir in zehn Minuten da, wenn hier nicht noch mehr Chaos auf der Straße losbrutzelt."
"Was haben wir noch auf dem Konto? Über den Daumen gepeilt genug für Pizza, aber nicht für Champagnerkino."
Woher es kommt
Die Redensart kommt wohl aus älterer Praxis beim groben Abschätzen. Mit dem Daumen oder nach dem Daumenmaß wurde nicht exakt gemessen, sondern schnell überschlagen. Darum heißt über den Daumen gepeilt bis heute einfach: nur ungefähr, nicht millimetergenau, aber für den Moment völlig brauchbar.