Was es bedeutet
Heißt, dass jemand sich an die Arbeit oder den Erfolg anderer dranhängt und dann so tut, als wär’s auch sein Verdienst. Du schwitzt, die andere Person kassiert Lob, Bonus oder wenigstens das dicke Schulterklopfen. Das Bild kommt vom alten Trittbrett an Bus und Bahn: aufspringen, mitrollen, ohne zu zahlen. Schön dreist, leider oft gesehen.
Verwendungsbeispiele
"Wir bauen die Präsentation, Kevin nickt nur. Beim Termin erzählt er’s als seine Idee, Chef lobt ihn, wir gucken dumm. Trittbrett fahren halt."
"Die Diplomarbeit war ein Wahnsinn an Recherche und Spätschichten, mein Mitbewohner hat trittbrett gefahren, im Vorwort danke gesagt und am Ende mit auf das Titelbild der Uni-Zeitung."
"Beim Vereinsfest hatten wir alles aufgebaut, Bierzelt, Grill, Musikanlage. Karl-Heinz kam um sechzehn Uhr, hat angestoßen und trittbrett gefahren, als hätte er die Idee mitentwickelt."
"Im Startup haben wir die Nachtschicht geschoben, Leon kam erst zum Pitch dazu und hat dann schön Trittbrett gefahren, als wär der ganze Bums auf seinem Mist gewachsen."
"Er war bei dem Projekt monatelang unsichtbar, aber sobald der Preis da war, stand er in der ersten Reihe. Mehr Trittbrett fahren geht echt kaum."
Woher es kommt
Der Ausdruck kommt wirklich vom Trittbrett alter Straßenbahnen und Busse. Wer da außen mitfuhr, sprang einfach drauf und ließ sich mitziehen, oft ohne selbst groß was beizutragen oder zu zahlen. Genau dieses Bild wurde später auf Leute übertragen, die sich an fremden Erfolg dranhängen und dann breit mitkassieren.