Was es bedeutet
Liebevoll-ironischer Spitzname für die Hauskatze, die sich aufführt wie ein Großwildjäger, aber eigentlich nur daheim abhängt. „Stube“ meint die Wohnung, „Tiger“ die Attitüde: majestätisch, verwöhnt und schnell eingeschnappt. Der Stubentiger patrouilliert mit ernstem Blick durchs Wohnzimmer, verlangt Streicheleinheiten wie Zoll und jagt am Ende doch nur den Laserpunkt oder eine Sockenmaus.
Verwendungsbeispiele
"Mein Stubentiger hat nachts um drei den Flur patrouilliert, dann die Zimmerpflanze umgehauen und sich aufs Sofa gekrallt. Fünf Kilo Flausch, aber König vom Dschungel."
"Unser Stubentiger schläft den ganzen Tag und wird erst um Mitternacht munter."
"Der Stubentiger sitzt den halben Tag auf der Heizung und tut dann abends so, als müsste er jetzt dringend das ganze Wohnzimmer sichern."
"Unser Stubentiger hat vor der Balkontür einen auf Wildnisboss gemacht und sich danach wieder in die Decke eingewickelt."
"Der Stubentiger hat eben noch geschnurrt wie ein Heizkörper mit Seele und zwei Sekunden später meine Hand angeguckt, als wär ich Beute auf Bewährung."
Woher es kommt
Stubentiger ist im Deutschen schon lange ein scherzhafter Kosename für die Hauskatze. Das Wort baut ganz simpel auf Stube und Tiger und lebt genau von diesem Kontrast: drin wohnen, aber auftreten, als wär man der Endgegner vom Wohnzimmerdschungel. Gerade diese Mischung macht das Ding so haltbar.
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