Was es bedeutet
Sommerloch ist die Zeit im Hochsommer, wenn in Politik und Promi-Zirkus kaum was passiert und Redaktionen trotzdem Seiten füllen müssen. Dann wird aus jedem Mini-Drama eine Schlagzeile: entlaufene Tiere, schiefe Eisdielen-Tests, der angebliche Trend von gestern. Im Grunde die Sauregurkenzeit mit Sonnencreme, in der selbst ein kaputter Ampelmast zur Breaking News taugt. Für Leser ist’s oft albern, aber manchmal auch herrlich entspannt.
Verwendungsbeispiele
"Sommerloch pur: In Buxtehude hat ein Eichhörnchen den Stromkasten geknackt, jetzt sitzt die halbe Stadt im Dunkeln. Und das ist ernsthaft die Titelstory."
"Im tiefsten Sommerloch machte die Lokalzeitung aus einer entlaufenen Schildkröte die Schlagzeile der Woche."
"Wenn im August nichts passiert, füllt das Frühstücksradio das Sommerloch mit Tipps gegen warmes Limonadenwasser."
"Klassisches Sommerloch: Drei Tage reden alle nur drüber, dass im Stadtpark ein Pfau frei rumläuft."
"Wir sind komplett im Sommerloch gelandet, sogar der Sender macht jetzt ein Riesending aus dem teuersten Kugel-Eis der Stadt."
Woher es kommt
Das Wort ist ziemlich wörtlich gebaut: Sommer plus Loch. Gemeint ist kein echtes Loch, sondern diese flaue Lücke im Nachrichtengeschehen, die vor allem im Sommer auffällt, wenn Politik pausiert, viele im Urlaub sind und Redaktionen trotzdem Futter brauchen. Der Ausdruck ist im Deutschen seit dem 20. Jahrhundert fest etabliert.