Was es bedeutet
Damit meinst du jemanden, der Bücher so verschlingt, als wären’s Chips: immer was zu lesen dabei, egal ob Bahn, Bett oder Bad. Das Bild mit der Ratte passt, weil die Person Seiten förmlich wegknabbert. Meist liebevoll gemeint, manchmal auch als sanfter Seitenhieb, wenn jemand beim Smalltalk nur noch nach Kapitelzeichen lebt.
Verwendungsbeispiele
"Im RE knallt Jana schon das nächste 800-Seiten-Brett durch. Ich flüster: Du bist echt ’ne Leseratte. Sie hebt nur den Finger: Psst, Cliffhanger."
"Meine Tochter ist so eine Leseratte, die nimmt sogar zum Zähneputzen ein Buch mit und vergisst dann die Zeit."
"Im Urlaub erkennt man die Leseratte sofort: alle liegen am Pool, sie sitzt im Schatten und verschlingt schon den dritten Roman."
"Ey, frag Leon nicht nach der Uhrzeit, der steckt schon wieder mit der Nase im Fantasy-Schinken. Voll die Leseratte."
"Bei der Klassenfahrt hatten alle Boxen dabei und Mia nur zwei Romane. Da war direkt klar, wer die Leseratte im Bus ist."
Woher es kommt
Leseratte ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt. Das Wort baut auf dem älteren Muster von Tierbildern wie Bücherwurm auf und meint jemanden, der dauernd liest. Die Ratte steht hier nicht als hartes Schimpfwort, sondern als freches Bild für Leute, die sich durch Bücher regelrecht durchfuttern.
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