Was es bedeutet
Der Glühweinstand ist die geheime Kommandozentrale vom Weihnachtsmarkt: Hier taut man Finger und Laune gleichzeitig auf, quatscht sich fest und verliert jedes Zeitgefühl. Ein Becher wird schnell zwei, dann kommt noch ein Schuss dazu und plötzlich ist der Heimweg nur noch kurz. Wer schlau ist, merkt sich den Stand mit dem besten Zimt und dem fairsten Pfand.
Verwendungsbeispiele
"Wir wollten nur kurz rüber, aber am Glühweinstand sind wir kleben geblieben. Jetzt stehen wir seit einer Stunde da, Becher in der Hand, roter Kopf."
"Wir haben uns am Glühweinstand getroffen und sind drei Stunden nicht weggekommen."
"Am Glühweinstand trifft man auf dem Weihnachtsmarkt eh früher oder später alle."
"Lass erst mal zum Glühweinstand, ich hab keine Lust, mir hier die Hände abzufrieren."
"Vor der Bühne war nix los, aber am Glühweinstand stand wieder das halbe Büro und hat einen nach dem anderen gezogen."
Woher es kommt
Glühweinstand ist ganz schlicht ein Kompositum aus Glühwein und Stand. Das Wort meint erst mal nur den Verkaufsstand für heißen, gewürzten Wein auf Weihnachts- und Wintermärkten. Die augenzwinkernde Bedeutung als Treffpunkt, Aufwärmstation und Versack-Ecke kam dann einfach aus dem echten Gebrauch im Alltag.