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Was es bedeutet

Suppenkasper nennt man, halb genervt, halb liebevoll, jemanden, der am Tisch rumzickt und die Suppe demonstrativ stehen lässt. Der Ausdruck kommt aus dem Struwwelpeter, daher klingt’s so schön altmodisch. Heute wird’s gern in Familien rausgehauen, wenn wer nur im Teller stochert, Extrawürste will oder plötzlich kein Hunger hat. Sitzt, ohne gleich böse zu sein.

Verwendungsbeispiele

"Mama stellt Suppe hin, Tim stochert drin rum und zieht ’ne Fresse. Oma: Na, wieder Suppenkasper? Tim: Ich ess nur Nudeln. Papa: Das ist Nudelsuppe."
"Der Kleine ist heute Suppenkasper am Familientisch, er fischt nur die Nudeln raus und lässt das Gemüse als geometrisches Kunstwerk im Teller zurück, mit der Suppenkelle in der Mitte als Skulptur."
"Mein Mann macht jeden Sonntag den Suppenkasper, wenn meine Mutter Linseneintopf kocht, er sucht den Speck heraus und schiebt den Rest mit dem Löffel kreisrund am Teller herum, als gäbe es heimliche Steuern."
"Iss jetzt wenigstens drei Löffel, du kleiner Suppenkasper, erst wolltest du unbedingt Suppe und jetzt guckst du rein, als wär sie beleidigend."
"Seit Lea krank war, macht sie beim Abendessen voll den Suppenkasper und verhandelt mit jeder Erbse einzeln."
Tonfall
Liebevoll Ironisch Witzig

Woher es kommt

Der Ausdruck kommt direkt aus Heinrich Hoffmanns Struwwelpeter von 1845. Dort ist der Suppen-Kaspar das Kind, das seine Suppe hartnäckig verweigert und immer klappriger wird. Heute ist das zum alltagstauglichen Necknamen weichgekocht und meint meist jemanden, der beim Essen rummäkelt, mäkelt oder demonstrativ nichts anrührt.

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