Was es bedeutet
Spöttischer Ausdruck für Leute, die fahren, als wär heute die erste Ausfahrt seit Monaten. Die schleichen, bremsen schon vor der Kurve und machen aus jeder Landstraße eine Geduldsprobe auf Rädern. Sagt man genervt, wenn vor einem jemand unterwegs ist, der den Verkehr einschläfert und hinter sich die Blechschlange züchtet.
Verwendungsbeispiele
"Auf der Landstraße gurkt einer mit 60, bremst vor jeder Kurve, hinter ihm staut’s. Ich: Na super, Sonntagsfahrer. Beifahrer: Mittwoch. Ich: Passt trotzdem."
"Auf der A2 zwischen Hannover und Berlin steht der Sonntagsfahrer in der Mittelspur mit konstant achtzig Stundenkilometern, der LKW links überholt mit Mühe, die Hupkonzert hinter ihm steigert sich von Minute zu Minute, und der Mann blickt unbeirrt geradeaus mit der Mütze tief gezogen."
"Hinter dem Sonntagsfahrer im Schwarzwald entsteht eine Auto-Schlange von achtzehn Fahrzeugen, der Fahrer überholt am Sonntagmittag nichts und niemand, die Bremslichter blinken vor jeder leichten Kurve, und das nächste Ausweichmanöver wäre noch fünf Kilometer entfernt auf der nächsten Höhe."
"Boah, fahr doch einfach, du Sonntagsfahrer, die Ampel ist seit drei Sekunden grün."
"Vor uns einer mit 55 auf der Bundesstraße und bei jeder kleinen Biegung auf die Bremse. Klassischer Sonntagsfahrer, ganz großes Kino."
Woher es kommt
Sonntagsfahrer ist ein altes deutsches Spottwort aus Sonntag und Fahrer. Gemeint war ursprünglich jemand, der nur selten fährt, typisch für den Sonntagsausflug, und darum unsicher, zögerlich oder übervorsichtig wirkt. Der Ausdruck ist im ganzen deutschen Sprachraum давно fest im Alltagsdeutsch verankert.
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