Was es bedeutet
Kehrwoche ist dieser schwäbische Hausflurvertrag mit Besenpflicht. Im Haus hängt ein Plan, wer wann dran ist mit Treppe, Gehweg oder Hof. Wenn du deine Woche verbummelst, kommt der Nachbarschafts-Röntgenblick sofort aus der Wand. Das Ganze ist halb Ordnungsliebe, halb soziale Endgegnerprüfung und wird im Ländle erstaunlich ernst genommen.
Verwendungsbeispiele
"Im Treppenhaus brüllt Frau Bähle: Herr Schmidt, Kehrwoche. Er: Isch doch erscht Dienstag. Sie: Montag sechs geht’s los, gell. Besen raus."
"Im Mietshaus an der Karlstraße in Stuttgart hängt der Kehrwoche-Plan seit zwanzig Jahren am gleichen Brett, jeder Mieter weiß auf den Tag genau, wann sein Treppenhaus dran ist."
"Die Nachbarin aus dem ersten Stock kontrolliert die Kehrwoche mit der Akribie einer Bahnhofsuhr, fehlt eine Kehrlinie auf dem Gehweg, klingelt sie persönlich beim Verantwortlichen."
"Bei uns im Haus ist ab Montag wieder Kehrwoche, also mach bitte keine Kunst aus zwei Krümeln und kehr den Eingangsbereich einfach sauber."
"Der hat die Kehrwoche vergessen, jetzt guckt ihn das ganze Treppenhaus an, als hätte er persönlich den Staub erfunden."
Woher es kommt
Die Kehrwoche ist historisch echt im württembergisch-schwäbischen Raum verankert. Im 19. Jahrhundert wurde in Mehrfamilienhäusern fest geregelt, wer die gemeinsamen Flächen putzt und kehrt. Daraus wurde vor allem in Stuttgart und Umgebung fast schon ein Alltagsritual. Der Aushang im Treppenhaus gehört bis heute fest zu dieser Wohnkultur.
Dieser Ausdruck erscheint auch in