Was es bedeutet
Ein spöttischer, leicht altmodischer Ausdruck für Leute, die im Büro zwischen Akten, Formularen und Stempeln versumpfen. Früher war damit wörtlich jemand gemeint, der mit Tinte rumsaut, heute sagt man das eher über Sachbearbeiter oder klassische Schreibtischmenschen. Passt gut, wenn man über Ämter, Papierkram und Regelreiterei ablästert. Klingt oft bissig, kann aber auch halb grinsend gemeint sein.
Verwendungsbeispiele
"Nenn mich ruhig Tintenkleckser, ich kämpf mich durch die Anträge, während draußen die Sonne lacht und der Drucker schon wieder streikt."
"Der Sachbearbeiter des Finanzamtes der zweiten Etage des Bezirksamtes von Berlin-Wilmersdorf ist ein klassischer Tintenkleckser der ersten Generation, hat die Steuererklärung der Selbstständigen der dritten Hälfte des Geschäftsjahres dreimal mit dem roten Stempel des Bescheids der zweiten Stockwerk-Abteilung zurückgeschickt, und die Begründung der dritten Korrektur war ein Fehler der ersten Zeile der Identifikationsnummer der Stammdaten."
"Beim Amt saß wieder so ein Tintenkleckser, der für drei Stempel erst mal vier Formulare sehen wollte."
"Lass den Tintenkleckser reden, der kriegt Herzrasen, wenn ein Antrag nicht im richtigen Kästchen atmet."
Woher es kommt
Das Wort ist älter als der moderne Bürokram und setzt sich schlicht aus Tinte und Kleckser zusammen. Gemeint war erst wörtlich jemand, der beim Schreiben Tintenkleckse macht. Später wurde daraus eine spöttische Bezeichnung für Schreiber, Kanzleileute und Beamte, also für Leute, die mehr Papier als Welt bewegen.
Andere Arten, es zu sagen
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