Stimmen von der Straße

Marcel · Deutschland
"Reudig. Eklig, unangenehm, mies. Beispiel: Ich bin heute Morgen in den Bus eingestiegen, da lag so ein halb zerdrücktes Brötchen auf dem Sitz. Komplett kalt und schmierig. Das sah so reudig aus, dass ich mich direkt wieder hingesetzt hab. Als wäre ich in einem Horrorfilm gelandet."

Was es bedeutet

Eklig, vergammelt, einfach widerlich. Reudig passt auf alles, was schmuddelig aussieht oder sich klebrig-grindig anfühlt, vom verkrusteten Tisch in der Spätikneipe bis zur Pfütze unbekannter Herkunft im Hausflur. Ein kurzes, hartes Wort, das den Ekel sofort transportiert, ohne dass du lange erklären musst.

Verwendungsbeispiele

"Ich bin heute Morgen in den Bus eingestiegen und da lag so ein halb zerdrücktes Brötchen auf dem Sitz, komplett kalt und schmierig. Das sah so reudig aus, dass ich mich direkt wieder hingesetzt hab, als wäre ich in einem Horrorfilm gelandet."
"Die Toilette in der Kneipe war so reudig, dass ich lieber bis nach Hause gewartet hab."
"Sein Auto sah von außen reudig aus, innen aber blitzblank, das passte irgendwie gar nicht zusammen."
"Lass den Döner bloß liegen, der stand seit gestern offen in der Küche und sieht jetzt komplett reudig aus."
"Der Hausflur war nach der Party so reudig, ich bin die Treppe hoch wie auf Ekel-Slalom."

Etwas zu sagen?

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Tonfall
Abwertend Übertrieben Jugendlich

Woher es kommt

Reudig ist eine umgangssprachliche Nebenform von räudig. Das Wort geht auf die Räude zurück, also eine Hautkrankheit bei Mensch und Tier, die mit wundem, struppigem, verwahrlostem Aussehen verbunden wurde. Aus diesem Ekelbild hat sich reudig gelöst und wird heute für alles benutzt, was siffig, gammelig oder abstoßend wirkt.

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