Stimmen von der Straße

Marcel · Deutschland
"Wenn ich sage, dass ich richtig lost bin, dann meine ich damit meinen Kumpel, der gestern Nudeln gekocht hat, aber vergessen hat, Wasser in den Nudeltopf zu machen. Das war so lost, ich konnte gar nicht mehr."

Was es bedeutet

Bedeutet: total planlos, komplett verpeilt, ohne Orientierung, als hätte jemand die Bedienungsanleitung vom Leben weggeworfen. Man sagt’s über andere oder über sich, wenn man in einer Situation null peilt, was abgeht. Klingt härter als es ist, oft mit Humor und Fremdscham serviert.

Verwendungsbeispiele

"Der Kumpel kocht Nudeln, schmeißt die rein und merkt nach zehn Minuten: kein Wasser im Topf. Der war so richtig lost, wir konnten gar nicht mehr."
"Am ersten Tag in der riesigen Uni stand ich richtig lost zwischen den Hörsälen und landete prompt in der falschen Vorlesung."
"Ich stand an der Selbstscan-Kasse, hab fünfmal die Gurke über den Scanner gezogen und am Ende die Kassiererin angeguckt wie ein abgestürztes WLAN. Ich war richtig lost."
"Bruder, er war im Gruppenchat richtig lost und hat ernsthaft gefragt, ob wir uns heute für gestern treffen."
"Ich war heute Morgen so richtig lost, ich hab mein Handy mit der Taschenlampe gesucht und es die ganze Zeit in der Hand gehabt."

Etwas zu sagen?

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Tonfall
Witzig Abwertend Jugendlich

Woher es kommt

Das kommt direkt vom englischen lost. In der deutschen Jugendsprache wurde das längst als Adjektiv eingedeutscht für planlos, verwirrt oder komplett ohne Peilung. Mit richtig davor wird’s einfach noch fetter gemacht. Dann ist man nicht bloß kurz daneben, sondern voll am Situationskompass vorbeigesegelt.

Andere Arten, es zu sagen

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