Was es bedeutet
Granteln heißt: mies gelaunt vor sich hin meckern, nörgeln und alles erstmal blöd finden, gern mit trockenem Kommentar. Das kann Wetter, Politik, Preise oder einfach „die Leut“ treffen. Oft ist’s weniger echte Bosheit als bayerische Kommunikationsform, so ein bisschen Raunzen als Smalltalk. Und ja, viele Grantler wirken hart, aber wenn’s drauf ankommt, sind’s meistens doch herzlich.
Verwendungsbeispiele
"Beim Bäcker: — Zwoa Semmeln so teuer, des is a Frechheit. — Jaja, i weiß. Er nimmt trotzdem vier, schüttelt den Kopf und grinst."
"Opa sitzt am Fenster und grantelt über die Radfahrer, das Wetter und die Nachbarn, aber zum Kaffee hat er für jeden ein Stück Kuchen."
"Montagmorgen granteln alle in der Schlange beim Bäcker, und trotzdem wünscht jeder dem anderen noch einen schönen Tag."
Woher es kommt
Steckt der Grant drin, das bairisch-österreichische Wort für miese Laune und Verdruss. Granteln ist die tätige Form davon: die schlechte Stimmung in trockenes Genörgel verwandeln. Im Süden gilt das weniger als echte Bosheit denn als gemütliche Art, den Tag mit ein bisschen Raunzen zu würzen.
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