Stimmen von der Straße
"Motschgern ist leise vor sich hin meckern. Nicht richtig sudern, sondern ein leises Brummen, wenn man unzufrieden ist, aber nicht streiten will. Beispiel, er hat die ganze Zeit vor sich hin g'motschgert. Ich hab nur gesagt, red laut und halt die Goschn. Aber dieses G'motscher macht mich verrückt."
Was es bedeutet
Motschgern heißt meckern und sudern, aber mit diesem typisch wienerischen Schmäh: eher seufzen als schreien. Man grantelt leise vor sich hin, zählt die kleinen Katastrophen des Alltags auf und bleibt dabei erstaunlich höflich. Kein Drama, eher ein Dauerkommentar mit Resignation. Passt ins Kaffeehaus, in die Bim oder an die Supermarktkassa, wenn’s wieder mal zach is.
Verwendungsbeispiele
"Heast Oida, hör auf zum motschgern, die Bim kommt eh glei. — I motschger net, i sag nur: In Wien is ois a bisserl zach."
"Die Großmutter motschgert über den verspäteten Bus, den teuren Kaffee und das Wetter, lächelt dabei aber und winkt jedem Bekannten zu."
"Oida, der motschgert seit zehn Minuten über die Kassa, aber zahlen tut er trotzdem ganz brav."
"Im Büro hat er nur g'motschgert, dass der Kaffee fad is, der Drucker spinnt und überhaupt alles a Schau is heute."
"Sitz ma endlich im Kaffeehaus und er fangt schon wieder zum motschgern an, weil der Verlängerte net heiß genug is."
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Woher es kommt
Vom Wienerischen, lautmalerisch fürs gedämpfte Vor-sich-hin-Murren. Motschgern heißt leise sudern und die kleinen Katastrophen des Alltags aufzählen, höflich und ohne echtes Drama.
Andere Arten, es zu sagen
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