Stimmen von der Straße
"Der Gscherte ist ein Proll, der ungehobelte Mensch, das Substantiv zu Gschert. Ein Gscherterhauer ist einer, der mit Goldkette und Trainingsanzug daherkommt. Beispiel, da steht so ein Gscherter vor einer Bar und bestellt einen Cocktail mit einem Schirm. Der Wirt schaut, das ist ein Würstelstand, oida. Der Gscherte, na dann ein Bier."
Was es bedeutet
Gscherter ist der Typ, der sich aufführt wie der King, aber dabei komplett ungehobelt rüberkommt. Goldkettl, große Goschn, null Feingefühl, und trotzdem glaubt er, er is der Star. Das Wort trifft diese Mischung aus Proll und Selbstüberschätzung ziemlich sauber. Man sagt’s, wenn wer einem peinlich auftritt, oder wenn’s einfach nimmer zum Aushalten is.
Verwendungsbeispiele
"Vor der Bar steht so a Gscherter und bestellt an Cocktail mit Schirm, der Wirt sagt nur: Oida, des is ka Strandl, nimm a Krügerl und sei gmiadlich."
"Der neue Nachbar parkt quer über zwei Plätze, so ein Gscherter."
"Benimm dich, sei kein Gscherter, das ist ein feines Lokal hier."
"Kommt der im Glitzerhemd rein, schreit durchs ganze Beisl und tut, als ghört ihm der Laden. Voll der Gscherter."
"Lass den Gscherter net ans Mikro, nach zwei Sätzen macht er aus jedem Festl a Peinlichkeitsshow."
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Woher es kommt
Gscherter hängt im Wienerischen mit Gschert zusammen, einem alten Spottwort für grobe, ländlich wirkende Leute. Dahinter steckt tatsächlich geschoren, weil kurz geschorenes Haar früher mit Bauern und Dienstboten verbunden wurde. Daraus wurde mit der Zeit das Bild vom unfeinen, protzigen, derben Typen.
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