Stimmen von der Straße

Kunzo · Wien
"Karfiol ist Blumenkohl. Warum Karfiol? Keine Ahnung. Klingt einfach besser. Wenn du in Wien Blumenkohl sagst, denken die Leute, du kommst aus der Steiermark oder Deutschland. Beispiel: Karfiol mit Sauce Hollandaise. Das ist feine Küche. Oder mit Brösel und Butter. Das ist wienerisch."

Was es bedeutet

Karfio ist in Wien und weiten Teilen Österreichs einfach Blumenkohl, oft neben Karfiol als gesprochene Kurzform. Das klingt nach Küche daheim, nach Wirtshaus und nach einem Teller, der keinen Hochglanz braucht. Wer Karfio sagt, meint nicht irgendein Gemüse, sondern gleich ein bissl österreichisches Essgefühl mit.

Verwendungsbeispiele

"Im G’schäft sagt er Blumenkohl. Wir: Heast, Karfio, sonst glaubt die Kassierin, du bist auf Urlaub und suchst den Weg zurück zum Naschmarkt."
"Oma kauft am Naschmarkt jeden Samstag einen Karfio und beim Standler weiß sie immer ganz genau, welche Größe für den Sonntagsbraten passt."
"Wenn Papa Karfio gratiniert mit Hollandaise serviert, dann weiß die ganze Familie, dass heute ein Sonntag mit Tafelspitz im Anschluss kommt."
"Nimm einen Karfio mit, die Oma macht heut wieder Bröselbutter drüber und dann ist sowieso alles vergeben und vergessen."
"Am Markt hab ich nach Blumenkohl gefragt, die Standlerin schaut mich an und sagt: Schatzi, bei uns heißt das Karfio."

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Tonfall
Liebevoll Witzig Ausgelassen
Wo man es sagt

Woher es kommt

Das Wort hängt mit italienisch cavolfiore zusammen. Daraus wurde im Österreichischen Karfiol, eine alte und ganz normale Standardform für Blumenkohl. Karfio ist dann die verkürzte Wiener Sprechform, bei der das Wort am Ende leicht abgeschliffen wird, damit’s schneller, runder und alltagstauglich über die Zunge rollt.

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