Was es bedeutet

Todsünde nutzt man heute meist ironisch, wenn jemand eine angeblich unverzeihliche Regel bricht, vor allem bei Essen, Traditionen oder heiligen Alltagsritualen. Hat nix mit Beichte zu tun, eher mit Drama im Freundeskreis. Klassiker sind Weißwurst nach zwölf, Espresso mit Sahne oder Ketchup auf Currywurst. Maßlos übertrieben, aber genau deshalb so herrlich treffend.

Verwendungsbeispiele

"Du klatschst Ketchup auf die Currywurst und nennst das Feinschmecker. Am Imbiss gucken alle streng: Todsünde, Alter, lass das sein."
"Cappuccino nach dem Mittag bestellen in Bologna ist Todsünde, der Barista zieht eine Augenbraue hoch und der italienische Kollege starrt dich an wie einen Fremden."
"Bei Oma am Tisch Spätzle mit Knoblauch zu mischen gilt als kulinarische Todsünde, sie spürt es sofort, noch bevor sie überhaupt am Herd vorbeigeht."
"Ananas auf die Käsekrainer zu legen ist bei uns nicht einfach wild, das ist schon fast Todsünde mit Senfkrise obendrauf."
"Du trinkst den Weißwein mit Eiswürfeln und wunderst dich über die Blicke. Bruder, das gilt in der Runde direkt als Todsünde."

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Tonfall
Ironisch Übertrieben

Woher es kommt

Das Wort kommt direkt aus der christlichen Theologie. Dort meinte Todsünde eine so schwere Sünde, dass sie den Menschen von Gott trennt, wenn sie nicht bereut wird. Später ist der religiöse Wumms in der Alltagssprache verblasst, aber das Maximaldrama blieb hängen und wird heute oft ironisch für kleine Regelbrüche benutzt.

Andere Arten, es zu sagen

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