Was es bedeutet
Extrem, heftig, wahnsinnig viel. In der Deutschschweiz ein Verstärkungswort für alles, was über das normale Maß hinausgeht. Rüüdig guet heißt richtig gut, rüüdig chalt heißt brutal kalt. Kommt von räudig, also räudig-elend, hat sich aber zum reinen Steigerungswort gewandelt. Wird locker und häufig benutzt, fast wie mega auf Schweizerdeutsch.
Verwendungsbeispiele
"Es isch rüüdig chalt hüt, i ha drei Schichte agleit und frür trotzdem. Gömmer lieber in Spunten und wärmed eus vo inne mit eme Kafi."
"D Fondue im Bergrestaurant über Davos war rüüdig guet, dreierlei Käse, en Schluck Kirsch und siebehundert Höhenmeter Hunger, da chame nüt falsch mache."
"Heute morgen am Bahnhof Zürich rüüdig chalt, das Tram kommt nicht, und der Mann mit der Akkordeon spielt zum dritten Mal denselben Walzer als wären wir alle in einem Film gefangen."
"Die Party geschter bi ihm dihei isch rüüdig lang gange, am Schluss hämmer imne halbleere Chips-Sack no Weltpolitik erfunde."
"De Match isch rüüdig spannend gsi, ich ha nüm mal mini Nachrichtä gluegt, so fest hani am Bildschirm klebt."
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Woher es kommt
Rüüdig geht auf räudig zurück. Das war früher ein deftiges Wort für etwas Krankes, Verwahrlostes oder richtig Übles. Im Schweizerdeutschen hat sich die bissige Kante mit der Zeit abgerieben, und übrig blieb ein Verstärker, der heute fast alles hochdreht, egal ob positiv oder negativ.
Andere Arten, es zu sagen
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