Stimmen von der Straße

Kunzo · Wien
"Die Vorsilbe Scheiß kann vor alles gesetzt werden. Scheißwetter, Scheißarbeit, Scheißbim. Der Wiener hasst alles, was eigentlich geliebt ist. Beispiel: Heute ist so ein Scheißwetter. Regnet wie in der Sauna. Oder dann die Scheißbim. Schon wieder Verspätung. Oder die Scheißarbeit. Am Oasch ist dieser Tag."

Was es bedeutet

Scheiß- ist im Deutschen ein derber Verstärker für genervte, ablehnende oder fluchige Stimmung. Du hängst es vor alles Mögliche, wenn dich was ankotzt oder dir grad ordentlich auf die Nerven geht: Scheißwetter, Scheißarbeit, Scheißtag, Scheißbim. Wörtlich meint da niemand echten Dreck, das Wort kippt einfach extra Frust über die Sache.

Verwendungsbeispiele

"Heit is Scheißwetter, die Scheißbim steht, und i hab a Scheißlaune, aber trotzdem geh ma ins Beisl, weil was soll’s sonst sein."
"Scheißwetter heute, schon wieder Regen und kalt."
"Die Scheißbim ist mir vor der Nase weggefahren."
"So ein Scheißtag, erst verpass i die U-Bahn und dann spinnt auch noch mein Handy."
"Die Scheißarbeit zieht sich heut wieder wie Kaugummi, i bin komplett bedient."

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Tonfall
Derb Genervt

Woher es kommt

Scheiß- kommt direkt vom Verb scheißen und hat sich schon lange als Schimpf- und Fluchbaustein verselbständigt. Als Vorsilbe funktioniert es im ganzen deutschen Sprachraum als deftiger Verstärker vor Substantiven. In Wien hört man's besonders oft im Alltagsgrant, aber die Bildung selbst ist nicht nur Wienerisch.

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