Stimmen von der Straße
"Hintnach bedeutet hinten oder nach hinten. Geh hintnach ist eine Aufforderung, sich zu verziehen. Oder stell dich hintnach an, stell dich hinten an. Beispiel: Er drängt sich vor in der Schlange. Ich sag: Oida, geh hintnach, sonst gibt's eine. Er schaut deppert. Ich zeig aufs Ende der Schlange. Er geht. Ehrensache."
Was es bedeutet
Hintnach heißt im Wienerischen einfach nach hinten oder hinten hin. Als Ansage ist es das kurze, grantige Schupferl für Leute, die sich vordrängen oder im Weg stehen. Geh hintnach heißt also: stell dich hinten an, rück nach hinten, dräng dich ned deppert rein. Hört man ständig in der Bim, an der Kassa oder überall, wo Warten sowieso schon die Nerven frittiert.
Verwendungsbeispiele
"Er drängt sich an da Kassa vor. I sag nur: Oida, geh hintnach, hinten is die Schlange, ned bei mir."
"An der Kassa vom Spar am Naschmarkt drängt sich der Tourist vor mit dem Eisportionen-Becher in der Hand, die Wiener Pensionistin hinter mir sagt mit fester Stimme hintnach, die Schlange geht da hinten weiter zur Ecke der Gemüsestände bis dort drüben."
"Im Heurigen in Stammersdorf gibt es nur einen Ausschank, der Bursche aus Salzburg will sich vordrängen am Tresen, der Wirt mit dem grauen Schnauzer schaut ihn an und sagt hintnach Bursch, da war wer vor dir der schon ein Krügel bestellt hat."
"In da Bim steigt einer ein und marschiert gleich bis zur Tür, obwohl alle aussteigen wollen. Eine hinten raunzt nur: Heast, hintnach, erst die Leut raus."
"Beim Würstelstand drängt sich so ein Gschaftler seitlich rein, und der Verkäufer sagt trocken: Hintnach, Chef, alle andern warten a scho."
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