Was es bedeutet
Wenn sich jemand verdrückt, haut er still ab, ohne großes Tamtam und oft auch ohne sich noch überall zu verabschieden. Das ist der elegante Geistermodus für Partys, Familienrunden oder Meetings, bei denen die Seele schon längst an der Garderobe wartet. Nicht flüchten mit Sirene, eher leise wegkrümeln, bevor einer sagt: Du gehst schon?
Verwendungsbeispiele
"Ich hab mich gegen elf Uhr still verdrückt, das war der beste Moment des Abends, alle haben's erst ne Stunde später gemerkt."
"Beim Geburtstagsfest meiner Schwiegermutter habe ich mich um halb zehn unauffällig verdrückt, der Schwager hatte gerade die Diashow vom Camping in Tirol gestartet, und ich brauchte plötzlich ganz dringend frische Luft im Garten."
"Drei Stunden Konferenz im Hotel Bayerischer Hof, der Vortrag des Marketingleiters dauerte ohne erkennbares Ende. Ich habe mich vor der Pause verdrückt, eine Brezel am Bahnhofskiosk gekauft und den nächsten Zug nach Augsburg bestiegen."
"Als der Chef zum dritten Mal meinte, wir machen noch ganz kurz weiter, hab ich mich Richtung Klo verdrückt und bin direkt heim."
"Wir wollten eigentlich nur kurz auf ein Bier bleiben, aber nach dem Karaoke-Start haben wir uns ganz gepflegt verdrückt."
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Woher es kommt
Die Wendung ist im Deutschen schon lange belegt. Sie hängt an drücken im Sinn von sich irgendwo durchzwängen oder sich aus einer Lage rausdrücken. Sich verdrücken meinte erst eher heimlich aus einer Menge oder Situation verschwinden. Später wurde daraus ganz normal umgangssprachlich leise abhauen oder unauffällig weggehen.
Andere Arten, es zu sagen
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