Stimmen von der Straße
Was es bedeutet
Seidl ist in Österreich das kleine Bier mit ungefähr 0,3 Liter. Das bestellt man, wenn man nur kurz auf eins reinschauen will, sich noch halb vernünftig vorkommen möchte oder einfach lieber in kleinen Schlucken durchs Beisl segelt. Klingt harmlos, ist aber oft nur die freundliche Vorhut, bevor eh noch eins nachrutscht.
Verwendungsbeispiele
"I wollt nur a Seidl, wirklich. Nach’m dritten sag i: passt scho, bring glei a Krügerl, weil jetzt is die Wurst eh gebissen."
"I geh nur kurz aufs Seidl ins Eck-Beisl, Mariandl, in zwanzig Minuten bin i zurück. Drei Stunden später kommt er heim mit einem Geheimrezept fürs Gulasch vom Herrn Edi."
"Ein Seidl Märzen und a Verlängerter im Stehen, der Klassiker am Nachmittag im Kaffeehaus zwischen Schreibtisch und Tram nach Hause, wenn der Tag noch nicht ganz fertig sein darf."
"Gemma nur auf a schnelles Seidl, hab i g'sagt. Eh klar, eine Stunde später picken wir immer noch im Beisl fest."
"Für a Krügerl is ma z'früh, aber a Seidl geht immer runter wie ein höflicher kleiner Feierabendgruß."
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Woher es kommt
Seidl ist die österreichische, besonders wienerische Form von Seidel. Das Wort geht auf ein älteres Hohlmaß zurück, das im süddeutschen und österreichischen Raum für Getränke gebräuchlich war. In der Alltagssprache ist davon vor allem die Bedeutung kleines Bierglas geblieben, heute meist rund 0,3 Liter.
Andere Arten, es zu sagen
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