Stimmen von der Straße
Was es bedeutet
Freilich heißt natürlich, eh klar, selbstverständlich, aber mit einem Hauch Altwien und Schmäh. Es klingt freundlich, manchmal ironisch, und es kann sogar eine kleine Verzögerung verstecken. Freilich sagt wer, der zustimmt, aber nicht unbedingt sofort lossprintet. Es ist das Wort, das dir ein Ja gibt und dir gleichzeitig sagt: lass ma gmiadlich.
Verwendungsbeispiele
"Kannst ma kurz helfen? Freilich, aber erst nach der Jause. I bin ja ned auf der Flucht, oida, passt eh."
"Kommst du Sonntag mit zum Heurigen in Grinzing? Freilich, aber erst nach der Messe in Hietzing, und mit der Tante Helga, die hat seit Wochen das Konzert mit dem Zithersolisten erwartet."
"Hilfst du mir am Samstag beim Umzug der Couch in den dritten Stock ohne Lift? Freilich, aber bring den jungen Nachbarn mit, der hat Schulter wie ein Türsteher im Volksgarten."
"Du kommst eh mit auf ein Seidl nach der Hackn? Freilich, i muss nur noch kurz bei der Oma vorbei."
"Hast den Schlüssel eingsteckt? Freilich hab i den eingsteckt, i bin ja ned komplett narrisch."
Etwas zu sagen?
Bearbeite, korrigiere oder erzähl uns etwas. Wir prüfen es und, wenn es echt ist, siehst du es mit deinem Namen übernommen.
Woher es kommt
Freilich ist kein neues Schmähwort, sondern ein altes deutsches Wort mit langer Geschichte. Es geht zurück auf mittelhochdeutsch vrîlîche und bedeutete ursprünglich so viel wie offen, ohne Zwang, bereitwillig. In Österreich und Bayern hat es sich als alltagstaugliche Form von natürlich oder selbstverständlich gehalten und klingt dort bis heute schön gemütlich.
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