Stimmen von der Straße
"Stier ist der wütende, aggressive, grantige Wiener Ausdruck, wie ein Stier, sagt man, wenn einer komplett ausrastet. Beispiel, der Chef war heute wie ein Stier, weil die Kaffeemaschine kaputt war. Er hat geschrien, das ist eine Katastrophe. Ich habe gesagt, Chef, das ist ein Kaffee, nicht der Dritte Weltkrieg."
Was es bedeutet
Stier ist, wenn einer so geladen und grantig unterwegs ist, dass man merkt: Gleich kracht irgendwo die Stimmung. Nicht zwingend brutal, aber hart im Ton, null Geduld, null Schmäh. Sagt man gern über Leute, die wegen Kleinkram auffahren, als müssten sie jetzt mit dem Kopf durch die Wand.
Verwendungsbeispiele
"Heast, der Chef is heut a Stier, nur weil die Kaffeemaschin spinnt. Als wär a Kaffee plötzlich Staatskrise, oida."
"Der Chef ist heute stier, halt dich besser fern."
"Nach dem Stau im Regen war ich richtig stier."
"Fahr den jetzt bitte nicht blöd an, der is schon seit der Früh komplett stier."
"Oida, der Typ hinter mir an der Kassa war so stier, nur weil's zwei Minuten gedauert hat."
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Woher es kommt
Das Wort greift das naheliegende Bild vom Stier auf: gesenkter Kopf, auf Spannung, gleich geht er los. Daraus hat sich umgangssprachlich die Bedeutung für jemanden entwickelt, der extrem gereizt, angriffig oder explosiv wirkt. Die Bildlogik ist direkt und im Deutschen sofort verständlich.
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