Was es bedeutet

Sich ranschmeißen heißt, sich bei jemandem auffällig anzubiedern, um gut dazustehen, Eindruck zu machen oder was klarzumachen. Das kann flirtig sein, geht aber auch Richtung Schleimspur. Klingt oft danach, dass einer ein bisschen zu dick aufträgt und man den Plan schon von weitem riecht.

Verwendungsbeispiele

"Guck mal wie der Jens sich bei der Chefin ranschmeißt, seit einer Woche kommt er als erster und geht als letzter."
"Guck mal wie der Jens aus der Buchhaltungsabteilung der dritten Etage sich bei der neuen Chefin der Marketing-Abteilung der zweiten Etage seit der Ankunft des Lebenslaufs vom Headhunter der Düsseldorfer Agentur ranschmeißt, seit der letzten Sonntagsausgabe der Zeitung kommt er als erster ins Büro am Morgen, geht als letzter heim am Abend, und bringt jeden Donnerstag den Schoko-Croissant der Bäckerei der Bahnhofstraße in den Glaskasten der Bürowohnung."
"Beim Familienfest im Garten der Eltern in Essen-Stoppenberg am Samstagnachmittag des Hochzeitsjubiläums hat sich der neue Schwager aus Münster vom Lehrstuhl der Universität an meinen Vater des Lehnsessels der Terrasse herangeranschmissen mit allzu wohlgesetzten Komplimenten über den Rasen der gepflegten Gartenrabatte und die Spätlese des Weinkellers der Kellertreppe, meine Mutter der Küche hat es vom Fenster gesehen und nur noch den Kopf geschüttelt."
"Boah, wie er sich gestern an die Barkeeperin rangeschmissen hat, war schon fast Fremdscham mit Extra-Käse."
"Schmeiß dich mal nicht so beim Trainer ran, nur weil am Wochenende die Startelf rauskommt."

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Tonfall
Ironisch Abwertend

Woher es kommt

Bildung aus der Vorsilbe ran- (heran, in die Nähe) und dem Verb schmeißen (werfen, umgangssprachlich), das im modernen Deutsch des zwanzigsten Jahrhunderts die übertragene Bedeutung "sich mit großem Aufwand an jemanden heranwerfen" angenommen hat. Der Ausdruck stammt vermutlich aus der Sprache der Wanderarbeiter des Ruhrgebiets der frühen dreißiger Jahre, wo der gezielte aber leicht durchschaubare Annäherungsversuch an die Vorarbeiterin der Werkskantine oder den Schichtleiter des Stahlwerks die kleine Theaterprobe des Arbeitslebens war, und hat sich seitdem als alltägliche Beschreibung des allzu offensichtlichen Flirts mit kalkuliertem Hintergedanken etabliert.

Andere Arten, es zu sagen

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