Stimmen von der Straße

Kunzo · Wien
"Patschen sind die Füße, aber nicht die feinen, sondern die müden, schweren. Sich auf die Patschen stellen heißt aufstehen. Beispiel, nach der Nachtschicht habe ich meine Patschen kaum mehr gespürt. Ich habe sie in die Ecke geschmissen und bin ins Bett gefallen. Gute Nacht, Welt."

Was es bedeutet

Patschen sind die Füße, aber eher die müden, schweren, die nach einem langen Tag nur noch heimwollen. Wenn wer sagt, stell di auf die Patschen, heißt das: steh auf, beweg di, hör auf zum Rumliegen. Das Wort hat was Handfestes, als würd schon beim Aussprechen die Sohle am Asphalt picken.

Verwendungsbeispiele

"Nach der Nachtschicht spür i meine Patschen nimma. I schmeiß die Schuhe in die Eck und fall ins Bett wie a nasser Sack."
"Nach der langen Wanderung taten mir die Patschen weh, ich wollte nur noch sitzen."
"Kaum daheim, rein in die Patschen und ab aufs Sofa."
"Heast, beweg deine Patschen, der Bus wartet ned auf deine Sofa-Meditation."
"Meine Patschen san heute aus Blei, i schleif mi nur noch bis zur Wohnung und dann is Feierabend."

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Tonfall
Liebevoll Witzig

Woher es kommt

Patschen gehört im Bairisch-Österreichischen schon lang zum Wortfeld rund ums patschen, also dieses flache klatschige Auftreffen. Darum kann das Wort je nach Gegend entweder die Füße selbst meinen oder die Schlappen, die beim Gehen so schön über den Boden patschen. Die Doppeldeutigkeit ist also echt gewachsen und kein Sprachzirkus von gestern.

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