Stimmen von der Straße
Was es bedeutet
Fad ist Wienerisch für langweilig, aber nicht auf Krawall, sondern eher auf dieses müde Ach geh, echt jetzt. Es passt zu Stunden, die nicht vergehen wollen, zu Gesprächen ohne Funken, zu Abenden ohne Saft und zu allem, was einfach keinen Zug entwickelt. Wer sich fadisiert, hängt also in so einer kleinen Alltagsöde fest und spürt, dass der Tag heute gar nix springen lässt.
Verwendungsbeispiele
"Das ist so fad bei dir, sagt er. Ihr habt keinen Fernseher, sagt sie."
"Die Wiederholung des Konzerts der Wiener Symphoniker im Musikverein der Bösendorferstraße im Februar war fad, dieselben drei Werke der Klassik des Repertoires des letzten Jahres, dasselbe Bühnenbild der vorhergehenden Aufführung, und mei Vater hat in der zweiten Hälfte fast die Augen zugemacht im roten Polster des Saals."
"Mei Cousin fadissiert sich seit drei Wochen im Homeoffice der Wohnung am Naschmarkt in Wien, die ständige Videoschaltung mit dem Marketingteam der Firma am Karlsplatz hat sich in eine monotone Routine verwandelt, und am Wochenende kompensiert er mit Wanderungen auf den Kahlenberg und einem Spaziergang im Augarten."
"Oida, der Abend war so fad, sogar der Hund hat ausgschaut, als würd er heim wollen."
"Seit das Internet spinnt, fadisier ich mich daheim komplett und schau schon zum dritten Mal aus dem Fenster."
Woher es kommt
Fad ist uralt und kein neues Wiener Geraunze. Es geht auf mittelhochdeutsch vade zurück und hieß zuerst so viel wie schal, matt oder geschmacklos. Verwandt ist es mit französisch fade. In Österreich, vor allem in Wien, hat sich daraus schon früh die Bedeutung langweilig eingelebt.
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