Stimmen von der Straße
"Sich einen Kopf machen, das heißt, sich Sorgen zu machen. Ich habe mir die ganze Zeit einen Kopf gemacht, was passieren könnte. Am Ende alles halb so wild, aber die Gedanken vorher waren echt anstrengend."
Was es bedeutet
Sich einen Kopf machen heißt, im eigenen Schädel ein kleines Echolot anschalten und so lange dieselbe Sorge hin und her schicken, bis Schlaf, Bauchgefühl und gesunder Menschenverstand kapitulieren. Es ist das Grübeln mit Vollausstattung, das Gedankenkarussell, das nicht stehenbleibt, obwohl der Anlass längst seinen Hut nimmt. Klassische Begleiterscheinung von Bewerbungen, Erstgesprächen, neuen Beziehungen und Antworten, die am gleichen Tag noch nicht eingegangen sind.
Verwendungsbeispiele
"Vor dem Gespräch hab ich mir voll den Kopf gemacht, am Ende war’s halb so wild."
"Ich hab mir die ganze Nacht einen Kopf gemacht wegen der Mail an die Chefin, am Ende war die Antwort harmlos und ich hab den Wecker durch das Wachliegen sowieso überhört, klassisch."
"Mach dir keinen Kopf wegen der Schwiegerfamilie an Ostern, sie zählen die Ostereier nicht und sie zählen auch nicht, wer welche bringt, sie zählen nur den Kuchen und davon hast du zwei Bleche dabei."
"Mach dir jetzt nicht noch stundenlang einen Kopf, schick die Nachricht einfach raus und gut ist."
"Wegen einer blauen WhatsApp-Häkchenlage hat er sich direkt einen Kopf gemacht, dabei war sie einfach nur im Gym."
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Woher es kommt
Die Wendung ist im neueren Alltagsdeutsch fest verankert und seit den 1970er Jahren gut belegt. Sie klingt lockerer als sich Gedanken machen und setzt den Kopf als ganze Grübelzentrale ins Bild. Spätestens ab den 1990ern läuft sie breit durch die Umgangssprache und ist heute ganz normaler Standardgebrauch.
Andere Arten, es zu sagen
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