Was es bedeutet

Schlaraffenland ist dieses märchenhafte Alles-zu-viel-Paradies, wo Essen gefühlt von selbst angeflogen kommt und keiner auch nur ans Malochen denkt. Früher war das das Land für Faule und Genießer mit Braten, Milch und Honig ohne Ende. Heute sagt man das oft ironisch, wenn irgendwo alles gratis, absurd bequem oder einfach viel zu üppig ist.

Verwendungsbeispiele

"Check-in im All-inclusive-Hotel, und da steht schon das dritte Buffet. Tom guckt nur und sagt: Das ist ja Schlaraffenland, hier musst du gar nix mehr."
"Das gemütliche Hochzeitsbuffet im Lokal am Untersbergrand bei Salzburg war ein wahres Schlaraffenland, fünf Sorten Schmankerl der österreichischen Küche im großen Saal, zwei Bratenstationen für die Hauptmahlzeit der Hochzeitsgesellschaft, und das Dessertbüffet im Wintergarten der Pension hatte sieben verschiedene Mehlspeisen für die einhundertzwanzig Gäste der Feier."
"Im Schlaraffenland des Weihnachtsmarktes am Berliner Gendarmenmarkt im Dezember vergangenen Jahres haben mei Eltern aus Hannover drei Stunden lang von einem Glühwein zum anderen gewandert, Bratwurst der Pfannenstation der Tageszeitung, gebrannte Mandeln des Wagenrades, und die kostenlose Probe der neuen Stollensorte der Bäckerei vom Hackeschen Markt."
"Bei Oma aufm Geburtstag standen drei Kuchen, zwei Torten und noch warmes Essen aus der Küche. Ich schwör, das war kurz Schlaraffenland mit Serviettenpflicht."
"Erster Tag im neuen Büro und alles ist gratis, Kaffee, Obst, Snacks, sogar Eis im Tiefkühler. Ich so, was ist das hier bitte, Schlaraffenland oder Arbeitsvertrag?"
Tonfall
Ironisch Bewundernd Ausgelassen

Woher es kommt

Schlaraffenland ist seit dem 16. Jahrhundert im Deutschen belegt, bekannt früh bei Hans Sachs mit Schlauraffenlant. Das Wort hängt mit mittelhochdeutsch sluraffe zusammen, also einem faulen Müßiggänger, plus Land. Gemeint war von Anfang an das Fantasieland des Überflusses, wo Genuss regnet und Arbeit Hausverbot hat.

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