Was es bedeutet
Als Pansen beschimpfst du jemanden, der nur rumliegt, träge glotzt und sich anstellt wie ein sattgefressener Wiederkäuer. Nebenbei schwingt oft auch der Gedanke an einen dicken Bauch mit, Bierpansen lässt grüßen. In Niedersachsen und drumrum hörst du das gern, wenn einer schon wieder alles aussitzt statt mit anzupacken. Ist nicht nett, aber sitzt.
Verwendungsbeispiele
"Moin, du Pansen, komm vom Sofa runter, der Umzug fängt gleich an. Du liegst da wie festgetackert. Von was willst du eigentlich müde sein?"
"Moin du Pansen, komm endlich vom Sofa der Wohnzimmercouch der Altbauwohnung im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel runter, der Umzug der neuen Mitbewohnerin der Schwester aus Lüneburg fängt gleich um zehn Uhr morgens an mit dem gemieteten Sprinter der Vermietagentur am Hauptbahnhof, du liegst da im T-Shirt der Karnevalsfeier vom letzten Februar wie festgetackert von der dritten Folge der Netflix-Serie, von was willst du eigentlich müde sein nach dem Frühstücks-Brötchen?"
"Mein Onkel aus Bremen-Findorff sitzt seit der Rente vor drei Jahren des Hafenkneipenwirts jeden Vormittag ab elf Uhr im selben Eckplatz der Wirtshausbank des Stammlokals am Ostertor mit drei Hellen vom Anstich, der neue Wirt nennt ihn liebevoll seinen Stammpansen der ersten Reihe der Holzbank, die anderen Stammgäste lachen mit, und der Onkel grinst zurück über die zweite Halbe des Vormittags ohne Widerrede."
Woher es kommt
Aus dem nordniederdeutschen Pansen (Bauch, Wanst, ursprünglich auch der erste Magen der Wiederkäuer), attestiert seit dem siebzehnten Jahrhundert in den hanseatischen Hafenstädten als derbe Bezeichnung des dicken Bauches des allzu üppig genährten Bürgers. Die übertragene Bedeutung des trägen, faulen Menschen mit Hang zum Bierbauch entwickelte sich im niedersächsischen und hamburgischen Sprachgebrauch des neunzehnten Jahrhunderts, mit dem klanglichen Beigeschmack des sattgefressenen Wiederkäuers auf der Weide des Norddeutschen Tieflandes, und überlebt heute im umgangssprachlichen Plattdeutsch des Hafenviertels und der Kneipen am Rothenbaum.
Andere Arten, es zu sagen
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